Wildbretvermarktung

 
Wildbretanbieter in Hessen:
Um als Endverbraucher an frisches Wildfleisch zu gelangen, gibt es in Hessen u.a. folgende Möglichkeiten:

Sie können sich an das örtliche Forstamt wenden. In vielen Forstämtern erhalten Sie das Wildfleisch nicht nur in der Decke oder Schwarte, bzw. grob zerwirkt, sondern bereits küchenfertig portioniert.

Eine andere Möglichkeit ist es, sich direkt an den Jagdpächter bzw. Jäger zu wenden. Diese bieten in der Regel das Wild ebenfalls auch in der Decke/Schwarte sowie küchenfertig portioniert an. Einige bieten darüber hinaus auch kleinere Portionen für den kleineren Haushalt sowie Wildwurst oder Wildschinken an.

Schauen Sie deshalb einfach einmal in unsere Anbieterliste, wo der für Sie nächste Wildlieferant zu finden ist.

 

Wild direkt vom örtlichen Forstamt:

unter Hessen-Forst

 

Wild direkt vom Jäger:

Postleitzahlbezirk 30000 - 59999

 

Postleitzahlbezirk 60000 - 69999 und 90000 - 99999

 

Anmeldeformular für Wildbretanbieter

Bei Fehlern oder dringenden Aktualisierungswünschen bitte direkte Mail an info@ljv-hessen.de.

 

 

 

Hinweise:

 
LJV veröffentlicht kostenlos Adressen von Wildbret-Anbietern (08.10.2002)
Wildbret und Justitia - Gesetzliche Grundlagen für Werbung und Verkauf erlegten Wildes (22.01.2003)
Hessenjäger 4/2003 Vorwort von Dr. Christoph Noack (26.03.2003)
 
 WILGBRETHYGIENE wird neu geregelt (Juli 2007)
WILDGÜTESIEGEL

 

 
 

Absatz von hessischem WILDBRET nachhaltig fördern (20.09.2002)

 

- Nachfrage der Verbraucher beleben - 
- Regionalmarke und neue Vertriebskanäle schaffen-

Die Delegierten der hessischen Jagdvereine haben beim Landesjägertag 2002 auf Antrag des Kreisjagdvereins Schlüchtern einstimmig beschlossen, dass der Landesjagdverband (LJV) die Vermarktung von Wildbret fördern soll. Für entsprechende Marketingkampagnen von PR-Agenturen, deren langfristiger Erfolg ohnehin sehr oft fraglich ist, steht dem LJV jedoch bei weitem nicht genügend Geld zur Verfügung. Deshalb stellt der LJV hier den Konzept-Entwurf einer "Marketingaktion für Wildfleisch aus Hessen" (Arbeitstitel) zur Diskussion. Dieser Entwurf listet eine ganze Reihe von Möglichkeiten auf, den Wildbret-Absatz anzukurbeln. Einige Vorschläge können kurzfristig, andere hingegen nur mittelfristig umgesetzt werden. Zudem wird man eine Auswahl treffen und Prioritäten setzen müssen.

Nahezu allen Anregungen ist gemeinsam, dass sie nur mit dem tatkräftigen, kooperativen Einsatz der örtlichen "Wildbret-Erzeuger" so verwirklicht werden können, dass der Wildbret-Markt tatsächlich lokal, regional und hessenweit nachhaltig (!) belebt wird. Denn die Nachfrage nach Wildfleisch und Erzeugnissen aus Wildbret kann beim Verbraucher langfristig und wirksam nur auf breiter Basis angekurbelt werden. Falls dies gelingt, werden jedoch alle Teilnehmer von der Absatzförderung profitieren. (Dies gilt beispielsweise auch für erfolgreiches Tourismus-Marketing, das auf dem konzeptionellen Zusammenwirken kompletter Tourismus-Regionen fußt). Daraus folgt zwingend, dass alle "Wildbret-Erzeuger" und ihre Interessenvertretungen an einem Strang ziehen müssen: LJV und Hessen-Forst, Jagdvereine und Forstämter.

Aus all‘ diesen Gründen geht der Konzept-Entwurf von folgenden Grundvoraussetzungen aus:

Kurzfristig bieten sich zur Förderung der Wildbret-Vermarktung an:

Im Einzelnen enthält der Konzept-Entwurf für eine

"Marketingaktion für Wildfleisch aus Hessen"

die folgenden Vorschläge und Anregungen:

1. Wildbretvermarktung fördern
1.1. Absatzwege für ganze Stücke in Decke/Schwarte systematisch erfassen:
  • Liste der Wildbretankäufer erstellen:

Hessische Wildhändler, Großeinkäufer von Wildbret und ganzen Drückjagdstrecken aus Hessen und den benachbarten Bundesländern,

Ankauf durch (Groß-)Metzgereien und Öko-Metzgereien und Direktvermarkter,

Ankauf durch Bio-Handelsketten wie tegut/Fulda, durch Hersteller von Fertiggerichten, Belieferer von Gastronomie und Firmenkantinen etc., Hersteller von Wildwurst und –schinken etc.

  • Konditionen auflisten:

Anlieferung durch Erleger oder Abholung in bestimmtem Turnus/ganzjährig – bei Schwarzwild – oder nur zur Wildbretsaison im Herbst und Winter, Preise, Wildbrethygiene, bevorzugte Wildarten etc.

  • Wildbret, das in der größten Menge in strukturschwachen, bevölkerungsarmen Gebieten anfällt und dort relativ niedrige Erzeugerpreise erzielt, gemeinsam in Ballungsräumen vermarkten.
1.2. Absatzförderung durch Veredelung
  • Neue Absatzwege erschließen durch Direktvermarktung von küchenfertigen, frischen oder tiefgefrorenen Wildbretteilen, Wildwurst und –schinken in "Hofläden" und bereits geplanten "Regionalhallen für Direktvermarktung" durch eigene Kooperativen von Jägern und Förstern (vgl. bereits funktionierende Initiativen von Hegegemeinschaften Jagdvereinen und die Vermarktung von Wildbret durch Privatforstverwaltungen).
  • Vermarktung auf (Groß)-Märkten,
  • Vermarktung per Versand (Wildwurst und –schinken). Dabei Firmen und Organisationen Versandservice anbieten (Wildschinken und Wein als Weihnachtspräsent, als Präsent zu Jubiläen usw.).
  • Gemeinsame Vermarktung mit hochwertigen regionalen Produkten wie Wein, Obstbränden, Pilzkonserven, hausgemachten Nudeln und Spätzle, frischem oder tiefgefrorenem Gemüse, heimischem Obst, hochwertigen Fertigsaucen, Wildfonds etc. anstreben.
1.3.  Regionalmarke "Wildfleisch aus Hessen" schaffen
  • Qualitative Unterschiede zu Wildbretimporten aus Neuseeland, Australien und Südosteuropa ("Wildschweinfleisch" von verwilderten Hausschweinen, Rotwild aus landwirtschaftlicher Gatterhaltung) verdeutlichen. "Importfleisch" ist fettreicher, grober strukturiert, weniger geschmackvoll und würzig.
  • Hervorheben: In Hessen kurze Transportwege, hoher Standard der Wildbrethygiene, Erleger und Verarbeiter von Wildfleisch nicht anonym, sondern greifbar (Wildursprungszeichen?).
  • Gütesiegel/Zertifikat für Wildfleisch und Wildfleischprodukte aus Hessen einführen.
  • Mit Regionalmarketing-Organisationen wie "Gutes aus Hessen" oder Bioland-Verband zusammenarbeiten.
  • Regionalmarke öffentlich kommunizieren (elektronische und Druckmedien).
1.4.  Auflistung der Anbieter von Wildbret
  • Anbieter-Adressen von Jägern und Forstämtern nach Landkreisen/kreisfreien Städten zusammen stellen (Anschrift, Telefon/Fax/E-Mail-Adresse/Homepage).
  • Jeweils Angebotsmerkmale darstellen (Verkauf in Decke/Schwarte; grob zerwirkt; küchenfertige frische oder tiefgefrorene Bratenstücke oder Gulasch; Wildwurst, Wildschinken; ganzjähriges oder saisonales Angebot).
  • Auflistung im Internet (Hessen-Forst, Landesjagdverband, Jagdvereine und in kommunalen und regionalen Internet-Portalen) veröffentlichen.
  • Listen über Jagdvereine, Forstämter, Hegegemeinschaften an Endverbraucher verteilen; außerdem sind diese Listen von Wildbretinteressenten nebst Kochrezepten regionalisiert beim LJV abrufbar.
2.  Nachfrage der Verbraucher nach Wildbret beleben
2.1. Vorhandenes Informationsmaterial über Wildbretverarbeitung und –küche systematisch erfassen  
(z. B. DJV-Wildbret-Broschüre, DJV-Tischkalender mit Wildrezept des Monats, AID-Infoblatt zum Wildbret, Tischsets, überregionale und regionale Wildkochbücher, Videos, Internet-Seiten), praktikable Wildkochrezepte in einfacher Form preisgünstig vervielfältigen, Infomaterial gegen Kostenerstattung Jagdvereinen, Forstämtern, Hegegemeinschaften, Jagdausübungsberechtigten etc. überlassen. Informationen über Wildbret und Kochrezepte ins Internet stellen.
2.2.  Gemeinsam mit Köchevereinigungen, Volkshochschulen,
Landfrauenvereinigungen etc. Wildzerwirk- und Wildkochkurse für jedermann anbieten.
2.3. An Hotelfachschulen für Auszubildende, Köche und sonstige Interessenten Sonderkurse "Wildküche",
"Zerlegen und Zerwirken von Wild" etc. veranstalten.
2.4.  Gemeinsam mit Gastronomieverband Kochwettbewerb für Hobbyköche (evtl. auch für Profiköche) ins Leben rufen.
2.5.  Jagdvereine und Forstämter veranstalten gemeinsam mit Gasthöfen, Restaurants, Metzgereien etc. spezielle
Wildwochen mit entsprechender Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (Wildessen mit der Presse zum Auftakt, Jagdhornbläser-Auftritt, Informationsstände in Fußgängerzone, gemeinsame Zeitungsanzeigen der Beteiligten zur Ankündigung der Wildwochen etc.).
2.6.  Falls keine regelrechte Wildwoche stattfindet, zumindest lokale 
Presse-Essen mit Wildspezialitäten und Information der Journalisten durch anerkannte Fachleute (renommierte Köche/Veterinäre) über positive Eigenschaften des Wildfleischs, seine Zubereitung und regionale Bezugsmöglichkeiten.
2.7.  Startschuss für Förderung des Wildbretverkaufs mit zentraler 
Veranstaltung von Hessen-Forst/Landesjagdverband für Journalisten mit Wildspezialitäten und anerkanntem Wildfleisch-Experten.
2.8.  Wettbewerb "Stellen Sie ihr liebstes Wildrezept vor"
und Veröffentlichung ausgewählter Kochrezepte (auch für Wildwurst- und Wildschinken-Herstellung) in einem "Hessischen Wildkochbuch".
Dieser Kochrezept-Wettbewerb wird landesweit von Hessen-Forst und LJV konzipiert; Jagdvereine und Forstämter setzen die Aktion gemeinsam in Landkreisen und kreisfreien Städten um. Sie erhalten ein ausführliches Konzept mit Materialien wie Pressemitteilungen etc.
An die Öffentlichkeit ergeht mit Hilfe der regionalen Medien die Aufforderung, das ganz persönliche Kochrezept der gemeinsamen Anlaufstelle (Jagdverein/Forstamt) zuzusenden. Die Autoren der prämierten Kochrezepte erhalten Preise und können ihre Rezepte anlässlich der Preisverleihung (mit Presse) nachkochen oder nachkochen lassen.
Ausgewählte Rezepte werden mit dem Foto der Autoren im "Hessischen Wildkochbuch" veröffentlicht.
2.9.  Wildfleischspenden an karitative Einrichtungen (mit Presse).
2.10. Verkauf von Wildfleischgerichten bei öffentlichen Veranstaltungen
wie Festen, Messen und Märkten oder ohne speziellen Anlass in Fußgängerzonen mit der Ankündigung, den Erlös einem bestimmten gemeinnützigen Zweck zukommen zu lassen (Spendenübergabe mit Presse).
2.11. Finden derartige Anlässe im Sommer statt, gegrillte Wildbretteile (Steaks, Schnitzel,Medaillons, "Spareribs",
 Wildschweinbratwürste) und entsprechende Rezepte anbieten und damit für Wildbret als Grillfleisch werben.
3. Weiterbildung der Jägerinnen und Jäger in Wildbret-
hygiene und Wildbretbehandlung
3.1. Veranstaltungen von Forstämtern, Jagdvereinen und Hegegemeinschaften über Wildbrethygiene,
 über das Zerwirken und Zerlegen von Wild sowie zur küchenfertigen Zubereitung von Wildfleisch und zur Herstellung von Wildwurst und –schinken.
3.2. Rechtliche und hygienische Voraussetzungen der Selbstvermarktung von Wild darlegen.
3.3. Besonders sachverständige "Wildbret-Beauftragte", die die 
Aktivitäten zur Wildbretvermarktung koordinieren und vorantreiben, in jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt installieren.
3.4. Über Möglichkeiten der ordnungsgemäßen Verwertung/
Entsorgung von Wildresten (Decken, Schwarten, Knochen, Fleischreste) informieren.
4. Praktische Hilfestellung für die ordnungsgemäße Wildbretverwertung
4.1.  Bezugsquellen (Fleischerfachhandel, Versandunternehmen) und Preise für Wildkühlzellen, Vakuumiergeräte, Fleischer-
ausrüstung usw. zusammen stellen.
4.2.  Gemeinsamen Kauf bzw. Mitbenutzung von Wildkühl-
einrichtungen und von Einrichtungen zur Verarbeitung von Wildbret anregen.
5. Fördermöglichkeiten eruieren
  • Zuschüsse/unentgeltliche Beratung für regionale Vermarktung, Direktvermarktung, Werbung, Marktforschung etc..
  • Zuschüsse für Vermarktungseinrichtungen (Schlacht- und Kühlhäuser, Kühleinrichtungen etc.).
  • Förderung der Entsorgung von Wildresten.

Dr. Klaus Röther

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