Pressetipp für Juni 2010
- Thema des Monats -

Spezielle Tarnung hilft Rehkitzen zu überleben

Jungtiere nicht anfassen oder mitnehmen – Falsch verstandene Tierliebe kann tödlich sein

Der Nachwuchs von Reh und Hase scheint geradezu schutzlos. Völlig allein verharren die kleinen Rehkitze und Mümmelmänner während ihrer ersten Lebenswochen im hohen Gras oder Gebüsch. Aber der Tiernachwuchs ist gut getarnt. Dank der speziellen Farbe ihres Fells lösen sich die Jungtiere optisch in Gras und Gebüsch regelrecht auf, und bei Gefahr drücken sie sich eng an den Boden, um übersehen zu werden. Auf diese Art der Tarnung setzen übrigens auch viele Enten, Kiebitze und Watvögel, die allesamt im Frühling Nachwuchs erwarten. Zudem verströmen weder Rehkitz noch Hasenjunge einen eigenen Körpergeruch, der sie Fressfeinden wie dem Fuchs verraten könnte. Da kapituliert selbst Meister Reineke mit seiner hervorragenden Nase, die ihm sonst den Weg zur Beute zeigt.

Ein Tierkind, das allein auf einer Wiese oder im Wald liegt – ob Rehkitz, Hase, oder Vogeljunges - ist in aller Regel nicht von den Elterntieren verlassen. Die Eltern von Hase und Reh kommen allerdings nur zweimal täglich zum Säugen der Jungen. Den Rest des Tages beobachten sie das Versteck ihres Nachwuchses aus sicherer Entfernung. Der Pressesprecher des Jagdvereins, .…........,

rät deshalb dringend davon ab, solche scheinbar verwaisten Jungtiere zu berühren oder mitzunehmen. Denn wittert die Mutter an ihrem Nachwuchs erst einmal menschlichen Geruch, nimmt sie ihn nicht mehr an - das Junge verhungert.

Ist man sich unsicher, ob ein Tierkind verwaist ist oder nicht, sollte man einen Jäger informieren: Dieser beobachtet die Situation und entscheidet, was zu tun ist. Hunde gehören während gehören jedoch während der Brut- und Aufzuchtzeit unbedingt an die Leine, denn Jungtiere sind eine leichte Beute, wenn sie erst einmal beginnen, ihre Umgebung selbstständig zu erkunden. Im Juni ist die Kinderstube des Feldes und Waldes meist voll besetzt. Denn jetzt haben die Rehe und Hirsche ihre Jungen zur Welt gebracht und die meisten Vögel ihre Gelege ausgebrütet.

Tarnung ist übrigens im Tierreich weit verbreitet: Sie schützt nicht nur die Jungen, sondern auch die ausgewachsenen Tiere vor Fressfeinden und bietet den Raubtieren wiederum Schutz während eines Beutezugs. Eben weil Tarnen und Täuschen im Tierreich  überlebenswichtig sind, bleibt dem Laien oft verborgen, dass sich die Natur im Frühjahr in eine Kinderstube verwandelt. Auf diese Art der Tarnung setzen übrigens auch viele Wildentenarten, Lerche, Fasan, Rebhuhn und Kiebitze, die allesamt im Frühling Nachwuchs haben.

djv/roe

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