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Pressetipp für
Februar 2010
- Thema des Monats -
Auch
dem Nichtjäger geht so manches "durch die Lappen"
Viele
Redewendungen haben ihren Ursprung in der Jagd
- Jägersprache eine der ältesten Fachsprachen überhaupt
Während
der Mensch nun ganz einfach Frühlingsgefühle
bekommt, kennen Jäger für die tierische Liebe zahlreiche Namen. Da rammelt der
Hase im Spätwinter, rauscht die Wildschein-Bache im Januar, balzt das Federwild
im Frühjahr und ranzt der Fuchs im
Januar, was das Zeug hält. Viele Redewendungen, die heute den deutschen
Wortschatz mit bildhaften Metaphern bereichern, wurden aus dem jagdlichen
Brauchtum übernommen. „Eine
Spurensuche“, erklärt der Landesjagdverband Hessen (LJV),
zeigt beispielhaft, wie der Hase durch die deutsche Sprache läuft. Man
muss dabei nur auf der richtigen Fährte sein.
Wildtieren
"auf die Schliche kommen" bedeutet für den Waidmann zum Beispiel,
dass er die Schleichwege von Reh, Hirsch und Wildschwein - die so genannten
Wildwechsel - ausfindig macht. Legt sich der Jäger hier auf die Lauer, ist die
Jagd für ihn körperlich weit weniger anstrengend, als "auf den Busch zu
klopfen": Nämlich mit Stöcken auf das Unterholz zu schlagen, um das Wild
aus seinem Versteck aufzuscheuchen. Jegliche Raffinesse beim Aufspüren ist
jedoch zwecklos, wenn das Tier buchstäblich "Wind davon bekommt",
also den Geruch des herannahenden Menschen wahrnimmt. In einem solchen Fall
bleibt dem Jäger nur zu hoffen, dass ihm sein Objekt der Begierde nicht
"durch die Lappen geht". Die Redewendung bezieht sich auf eine im 17.
Jahrhundert beim Adel verbreitete Jagdart, bei der Schnüre mit bunten Tüchern
gespannt wurden, um Wildtiere in eine bestimmte Richtung zu treiben.
Auf
der Flucht sind ältere Tiere gegenüber ihren jüngeren, unerfahrenen
Artgenossen klar im Vorteil. Denn ein "alter Hase" weiß ganz genau,
wie er am besten entkommt- er weiß also, „wie der Hase läuft“. Dann ist es
für den Jäger fast unmöglich, ein Tier "aufs Korn zu nehmen" - was
so viel bedeutet wie: Auf das Wild mit einem Gewehr zu zielen.
Die Anfänge der deutschen Jägersprache reichen bis ins 7. Jahrhundert zurück. Viele Begriffe stammen aus dem mittelhochdeutschen Sprachschatz. Damit ist die nach Angaben des LJV Hessen eine der ältesten Fachsprachen überhaupt. Derartige Fachsprachen dienen der exakten Verständigung in einem Handwerk oder Beruf – etwa bei Zimmerleuten oder Seeleuten. Allerdings gehörten etliche der Jäger auch zum allgemeinen Sprachschatz. Der Begriff „Schweiß“ etwa, den die Nimrode heute noch für Wildblut verwenden, kennzeichnete im Mittelhochdeutschen einfach jede aus dem Körper austretende Flüssigkeit – also sowohl Körperschweiß als auch Blut.
Insgesamt bereichern rund 3.000 Fachbegriffe der Jäger - davon so bekannte wie "pirschen" oder "balzen" - den deutschen Wortschatz. Natürlich gibt es auch in der Jägersprache unterschiedliche regionale Schwerpunkte – etwa an der See oder im Hochgebirge, wo ganz verschiedene Wild- und Jagdarten vorkommen.
Die Jägersprache wird noch heute aktiv von Waidmännern benutzt, um mit wenigen Worten präzise Angaben zu machen. Etwa: Der noch rote Hirsch zog orgelnd auf dem Wechsel in den Einstand. Die etwas umständliche Übersetzung: Der Hirsch, noch in seinem roten Sommerfell, markierte laut röhrend sein Revier und ging dabei langsam einen Pfad entlang, den diese Tierart schon seit Generationen nutzt, in den Waldteil, den er tagsüber bevorzugt aufsucht.
djv/roe
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