Pressetipp für Juli 2009
- Thema des Monats -

Wenn die Rehe Hochzeit halten, steigt die Gefahr der Wildunfälle

“Wenn die Rehe Hochzeit halten, steigt die Gefahr der Wildunfälle”, warnt der Präsident des Landesjagdverbandes Hessen, Dietrich Möller, die Autofahrer. Denn Mitte Juli beginnt die Brunftzeit des Rehwildes. Dann nehmen die Rehdamen selbst das Heft in die Hand. Durch Duftstoffe signalisieren sie den Rehböcken, dass sie zur Paarung bereit sind. “Daraufhin beginnen die Böcke ein ungestümes Liebeswerben”, berichtet Möller in einer Pressemitteilung.

Weil die Rehfrauen oder Ricken, wie sie der Jäger nennt, gehörig umworben sein wollen, entziehen sie sich zunächst den Nachstellungen ihrer Liebhaber. Doch unermüdlich folgt der Bock der fliehenden Ricke. Vor Liebe buchstäblich blind, führt die wilde Jagd des Rehpaares oft auch am helllichten Tag über viel befahrene Straßen. “Vor allem in Waldgebieten und im ländlichen Bereich sollten die Kraftfahrer bis Mitte August auch tagsüber besondere Vorsicht walten lassen”, lautet Möllers Appell.  In der Gluthitze der “Hundstage” erreichen die Flitterwochen der Rehe Anfang August zumeist ihren Höhepunkt.

“Etwa 15.000 Rehe fallen in Hessen jährlich dem Straßenverkehr zum Opfer”, erklärt LJV-Präsident Möller. Bei diesen Wildunfällen würden die Rehe mitunter nicht auf der Stelle getötet; oft könnten sie sich mit schweren Verletzungen noch ein Stück davon schleppen. Dann muss der Jäger das verletzte Wild mit seinem speziell ausgebildeten Jagdhund nachsuchen, um es von seinen Qualen zu erlösen.

“Tierschutz geht jeden von uns an”, unterstreicht der LJV-Präsident. Auch die Verkehrsteilnehmer könnten durch rücksichtsvolles und vorausschauendes Fahren wesentlich dazu beitragen, den Wildtieren unnötige Schmerzen zu ersparen.

Dr. Klaus Röther

 

zu Aktuelles

zum Archiv

zur Startseite