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Pressetipp für
Februar 2009
- Thema des Monats -
Per Suchscheinwerfer sind die Jäger den Feldhasen auf der Spur
Mümmelmänner werden in Hessen im Februar gezählt -
Scheinwerferkegel
geistern im Februar durch die hessischen Felder. Weder Außerirdische noch
Wilderer treiben hier ihr Unwesen: Die Jäger zählen in rund 50 Jagdrevieren,
die für Hessen repräsentativ sind, den Frühjahrsbestand der Feldhasen.
„Meister Lampe ist
nach wie vor überall in Hessen heimisch und wird es auf absehbare Zeit auch
bleiben“, fasst Rolf W. Becker die Ergebnisse der Zählungen zusammen, die
schon seit den neunziger Jahren laufen. Der Diplom-Geograph, der beim
Landesjagdverband Hessen (LJV) als Referent für Wildbiologie fungiert, leitet
die landesweiten Feldhasenzählungen. Becker hat als bundesweiter Vorreiter das
systematische Hasenmonitoring (Langzeitbeobachtung) in Hessen schon in den
neunziger Jahren gestartet.
Die
Herbstzählung erbrachte 2007 ein
erfreuliches Ergebnis:
Rund 19 Langohren tummelten sich zwischen Fulda und Rhein auf einem
Quadratkilometer. Damit liegt Hessen deutlich über dem Bundesdurchschnitt von
16 Mümmelmännern pro Quadratkilometer. Im Hessischen Ried werden in manchem
Herbst sogar bis zu über 100 Hasen pro Quadratkilometer gezählt. In südhessischen
Feldgemarkungen sind zu dieser Jahreszeit auf dieser Fläche nicht selten 40 bis
60 Langohren anzutreffen.
„Das
beste Hasenjahr seit Beginn der Zählungen war eindeutig 2007, selbst der
Rekordsommer 2003 wurde in den Schatten gestellt“, betont Projektleiter
Becker. Messwert hierfür ist die so genannte Nettozuwachsrate, bei der die Frühjahrs-
und Herbstbestände eines Jahres miteinander verglichen werden. Ergebnis für
2007: Meister Lampe hat sich fleißig vermehrt.
Das
warme, trockene Klima im Früh- und Spätjahr 2007 hatte laut Becker
entscheidenden Einfluss: Überdurchschnittlich viele Junghasen überlebten,
gravierende Ausfälle durch Krankheiten blieben aus. Zudem hat die intensive
Fuchsbejagung den negativen Einfluss dieses Beutegreifers, der vor allem den
Hasen-Nachwuchs dezimiert, deutlich reduziert. Deshalb hat sich der
Feldhasenbestand auch vom nasskalten Frühjahr 2006 wieder erholt.
Die
derzeitige Einstufung
des Feldhasen in die Kategorie 3 (gefährdet) der Roten Liste hält Becker nicht
für gerechtfertigt. Becker: „Mit der Kategorie ,gefährdet’ machen so
genannte Naturschützer gezielt Stimmung gegen die Jäger. Aber die Einzigen,
die zum Bestand von Wildtieren konkrete, wissenschaftlich nachprüfbare Zahlen
vorlegen können, sind die Jäger.“
„Eine
bewusst zurückhaltende Bejagung der Langohren, gezielte Naturschutzmaßnahmen
wie die wildtier-freundliche Einsaat von Feldparzellen und die verstärkte
Fuchsbejagung haben entscheidend dazu beigetragen, dass die Menschen in Hessen
den Feldhasen in größerer Zahl antreffen können,“ erklärt Becker. Rund
zweitausend Hektar Brachflächen wurden von Jägern in diesem Bundesland für
Wildtiere attraktiv gestaltet.
Becker
gibt allerdings zu bedenken, dass der rasante Wandel in der Agrarpolitik hin zur
mehr Biomasseerzeugung wie Mais negative Folgen für
den Hasen haben könnte. Zudem fallen ab 2009 landwirtschaftliche Brachen auf
EU-Ebene fast gänzlich weg, „und damit fehlen wichtige Lebensräume für
Wildtiere in unserer Kulturlandschaft“, warnt der Wildbiologe. Im
Umweltgesetzbuch müssten daher flexible Ausgleichmaßnahmen festgeschrieben
werden, die für Landwirte Anreize schaffen, große monotone Anbauflächen durch
wildtierfreundliche Kräuterstreifen zu unterteilen.
Speziell
geschulte Jäger zählen in Hessen in den landestypischen Feldrevieren den
Feldhasen im Frühjahr und Herbst. Lepus europaeus - wie Zoologen ihn nennen -
wird dabei wissenschaftlich korrekt bei seinen nächtlichen Aktivitäten
gezählt, indem mit Suchscheinwerfern aus dem fahrenden Auto oder vom
Traktor die Felder - entlang festgelegter Strecken - abgesucht werden.
Dr.
Klaus Röther
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