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Pressetipp für
September 2008
- Thema des Monats -
Wo die
Jagd verboten ist, wird das Wild mit allen Mitteln dezimiert
„Wo die
reguläre Jagd nicht mehr erlaubt ist, werden die frei lebenden Tiere gnadenlos
als Freiwild dezimiert und sogar in großer Zahl vergast“, kritisiert der
Pressesprecher des Landesjagdverbandes Hessen, Dr. Klaus Röther (Bad Nauheim)
unter Hinweis auf das benachbarte Holland. Weil dort die Jagd auf Graugänse
seit 1995 grundsätzlich verboten ist, sind die örtlichen Populationen
regelrecht explodiert. So ist beispielsweise im niederländischen Wattenmeer auf
der Insel Texel der Graugans-Bestand inzwischen auf zirka 15.000 Vögel
gestiegen, obwohl der Lebensraum nach Ansicht von Fachleuten nur 500 Brutpaare
verkraften kann.
„Dort
ist in der Landwirtschaft hoher Wildschaden entstanden. Zudem verdrängen die
Wildgänse auch kleinere Vogelarten, von denen etliche auf der Roten Liste
stehen“, erklärt der Pressesprecher unter Hinweis auf einen Bericht in der
Jagdzeitschrift „Die Pirsch“ (München). Im vergangenen Juni habe die
nordholländische Provinzregierung nun den Graugänse-Bestand „auf wahrhaft
barbarische Art dezimieren lassen“. Röther: „Die während der Mauser
flugunfähigen Vögel und ihre hilflosen Jungen wurden unter dem Deckmantel des
Naturschutzes in Stellnetzen zusammen getrieben, eingefangen und vergast. Diese
Vergasungsaktion spricht jeglichem Tier- und Naturschutzgedanken Hohn.“ Als
neueste, besonders „effektive“ Variante würden die Elterntiere über
niedrige Maschendrahtzäune hinweg getrieben. „Die Gössel bleiben in den Zäunen
hängen und werden eingesammelt, um ihrem baldigen Tod im Gas
entgegenzusehen.“
Dieser
„tierschutzwidrige Vernichtungsfeldzug gegen Wildtiere“ setzt sich nach den
Worten des LJV-Sprechers im 5.500 Hektar großen niederländischen Nationalpark
De Hoge Veluwe fort, „wo der Wildschweinbestand aufgrund der fehlenden
Bejagung völlig aus dem Ruder gelaufen ist.“ Dort werde jetzt ein
regelrechter „Blitzkrieg“ gegen die Borstentiere geführt, deren Zahl auf
6000 gestiegen ist. Die Behörden hätten laut Neue Ruhr Zeitung sogar als
Zieleinrichtung für Gewehre Nachtsichtgeräte ausgegeben, die in Deutschland
aus gutem Grund bei der Jagd verboten seien und üblicherweise nur vom Militär
eingesetzt würden.
„Die
Provinz Gelderland will“, so Röther, „dass in dem Nationalpark binnen
kurzem nahezu um jeden Preis 5200 Wildschweine getötet werden.“ Die hohe
Schwarzwildpopulation gefährde nämlich in Schutzgebieten nicht nur den Bestand
von kleineren Säugetieren und gefährdeten Bodenbrütern. Die Wildschweine
zerstörten auch beim Wühlen im Erdreich schützenswerte Biotope mit seltenen
Pflanzenarten.
„Diese
barbarische Dezimierung völlig überhöhter Wildbestände aus Naturschutzgründen
führt auch das Dogma ideologisch geprägter Tier- und Naturschützer von der
angeblichen Selbstregulierung frei lebender Tierarten völlig ad absurdum,“
stellt der Pressesprecher fest. „Den meisten Tier- oder
Naturschutz-Organisationen, die die Jagd verbieten oder bis zur Unkenntlichkeit
einschränken wollen“, geht es laut Röther jedoch „vorrangig um
Stimmungsmache in einer städtisch geprägten Gesellschaft, die der Natur und
ihrem steten Kreislauf von neuem Leben und Tod völlig entfremdet ist.“ Diese
„Spendensammel-Industrie“ verfolge primär das Ziel, ihre Kassen zu füllen
sowie möglichst viele Mitglieder als „naive Mitläufer“ zu gewinnen, um
ihren politischen Einfluss zu stärken.
„Leider
gehen viele Medien und Journalisten dieser Propaganda kritiklos auf den Leim“,
erklärt der LJV-Sprecher. „Denn sie halten in einer von vielfältigen
negativen Einflüssen bedrohten Umwelt die angeblichen Schutzziele dieser
Organisationen von vornherein für richtig und unterstützenswert“.
Die
nachhaltig ausgeübte Jagd sei jedoch - so zitiert Röther ein Motto des
Deutschen Jagdschutzverbands - „nicht das Problem, sondern ein Teil der Lösung
des Erhalts der Artenvielfalt (Biodiversität)“. Diese Art der Jagdausübung
verbiete sowohl übermäßige Eingriffe als auch ein ausuferndes Anwachsen der
Wildbestände. Derzeit werde auch der Grundsatz der „waidgerechten“ Jagd von
„bloßen Wildregulierern“ vehement angegriffen. „Aber gerade die
Waidgerechtigkeit unterscheidet die Jagd von einer tierschutzwidrigen
Dezimierung der Wildbestände mit allen Mitteln und achtet das Tier als Mitgeschöpf“,
betont der Pressesprecher. Dies müsse der Öffentlichkeit deutlich gemacht
werden, um die Zukunft der Jagd zu sichern. „Denn wenn sich die Jägerinnen
und Jäger zu ,Schädlingsbekämpfern’ degradieren lassen, würde die Jagd
letztlich ihre gesellschaftliche Anerkennung und Legitimation verlieren.“
Dr.
Klaus Röther
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