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Pressetipp für
November 2008
- Thema des Monats -
Artgerechte Wildfütterung
hilft Rehen, Hirschen und dem Wald
„Eine
artgerechte und sachgemäße Wildfütterung verhindert in der winterlichen
Notzeit Schäden an Waldbäumen und erhöht den Wildbestand nicht.“ Das erklärt
der Pressesprecher des Landesjagdverbandes Hessen (LJV), Klaus Röther, in einer
Pressemitteilung. Röther wies damit regelmäßig wiederkehrende
Unterstellungen, die Jäger wollten mit Hilfe von Mastfutter „Trophäenträger
züchten“, als „aus der Luft gegriffen“ zurück. Sobald in Hessen in einem
Jagdrevier Wild gefüttert wird, muss dessen Bejagung grundsätzlich eingestellt
werden.
In
Hessen darf das Wild erst ab 1. Januar ausschließlich mit artgerechtem Rau- und
Saftfutter gefüttert werden. Zu den allein zugelassenen Futtermitteln zählt
neben Heu und Rüben auch Grassilage, die bis zu 30 Prozent mit Obsttrester
angereichert ist. Für Wildschweine ist im hessischen Jagdgesetz Getreide als
winterliche „Notration“ vorgesehen.
Als
„laienhaften Unsinn“ bezeichnete Röther die Behauptung, dass Verfüttern
von Rüben und Tresteranteilen in der Grassilage begünstige das Entstehen von
Verbiss-Schäden an jungen Waldbäumen. „In Wirklichkeit hatten sich diese
Wildschäden wieder erhöht, nachdem 1994 diese beiden Futtermittel vorübergehend
verboten wurden“, berichtete der LJV-Sprecher. So sei von 1994 bis 1997
landesweit der Verbiss an jungen Tannen um 7,2 %, an Kiefern um 5,7 % und an
Eichen um 2,6 % gestiegen, obwohl in diesem Zeitraum mit fast 237.000 Rehen die
höchste Rehwildstrecke Hessens erzielt worden sei. Von 1992 bis 1994 – als
die Wildfütterung noch uneingeschränkt erlaubt war – ist dagegen nach den
Worten des LJV-Sprechers der Rehwildverbiss an diesen drei Hauptbaumarten
durchschnittlich um knapp 4 % gesunken. Zugleich seien aber in diesen drei
Jahren insgesamt mit 231.000 Rehen weniger Tiere erlegt worden.
Die
Auffassung von Wildfütterungsgegnern, dass der Winter auch in Hessen die
Wildbestände reguliert, nannte der LJV-Sprecher wirklichkeitsfremd. „Wenn
Rehe und Hirsche zwischen Reinhardswald und Odenwald hungern, fressen sie im
Winter eben Triebe und Rinde der Waldbäume“, erklärte Röther. Nur
Saftfuttermittel wie Rüben und Trester, die für das Wild deutlich attraktiver
seien, könnten die Tiere davon abhalten und die Wildschäden senken. Außerdem
lehne der Jagdverband das Verfüttern von Kraftfutter an diese wiederkäuenden
Wildarten strikt ab.
„Weil
sich Rehe und Hirsche im waldreichen Hessen bei Schnee und Frost notfalls von
den Waldbäumen ernähren, reguliert bei uns selbst ein strenger Winter diese
Wildbestände nicht“, betonte der Jagdverbandssprecher. Nur im Hochgebirge
fielen diese beiden Wildarten in größerer Zahl der kalten Witterung zum Opfer.
In Hessen regulierten dagegen die rund 23.000 Jägerinnen und Jäger gemäß der
behördlichen Abschusspläne die Reh- und Hirschpopulationen.
Dr. Röther
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