Pressetipp für Oktober 2007
- Thema des Monats -

Jäger erfassen systematisch Bestände von Wildkatze und Feldhasen

Die Wildkatze breitet sich in Hessen weiter aus. Das ist eines der Ergebnisse des Wildtier-Informationssystems der Länder Deutschlands (WILD), bei dem die Jäger systematisch und dauerhaft die Populationsentwicklung bestimmter Wildarten beobachten und erfassen. Darauf weist der Pressesprecher des Landesjagdverbands Hessen, Dr. Klaus Röther,  in einer Pressemitteilung hin. Insbesondere in den dünn besiedelten hessischen Mittelgebirgen wie Reinhardswald, Vogelsberg, Taunus, Rhön, Spessart und Odenwald ist die Wildkatze wieder vertreten.   

Die Wildkatze bildet laut Röther eine eigenständige heimische  Art und ist nicht mit den Hauskatzenrassen verwandt, die in der Regel von der ägyptischen Falbkatze abstammen, die quasi „importiert“ wurde. 1924 stellte der preußische Landforstmeister Borggreve die Wildkatze in Preußen erstmals unter vollständigen Schutz. Diesen Schutzstatus, der bis heute im Jagdrecht besteht,  übernahmen in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts weitere deutsche Provinzen. Dennoch wuchsen laut Pressesprecher die Bestände der Wildkatze erst in den letzten beiden Jahrzehnten in Hessen wieder deutlich an. Dazu habe sicherlich auch der naturnahe Waldbau beigetragen, der den Lebensraum dieses Wildtieres verbessert hat.

Das Wildtier-Informationssystem erfasst bundesweit rund 30.000 Jagdreviere und damit knapp 50 Prozent der Fläche Deutschlands. „Es liefert wertvolle Daten für jagd- und naturschutzpolitische Entscheidungen und stärkt die Bedeutung der rund 340.000 deutschen Jägerinnen und Jäger bei der ökologischen Umweltbeobachtung“, stellt Röther in der Pressemitteilung fest. Außerhalb von Städten und Dörfern  –  also in Wald, Feld und Flur –  seien nur die Jäger ständig flächendeckend vertreten, weil die unbesiedelten Flächen in der Regel zu einem Jagdbezirk gehören. Auch die bundesweite Kartierung von Turmfalken-Vorkommen, die der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) 2006 durchführte, wurde von den Jägern unterstützt.

Der Landesjagdverband Hessen hat nach Röthers Worten schon 1989 mit der Erfassung der Feldhasenbestände begonnen. Auch das Rebhuhnvorkommen wurde Anfang der 90er Jahre erfasst und lag mit 35.000 Tieren erheblich höher, als vorherige vage Schätzungen ergaben. Bei der Feldhasenzählung, die im Herbst 2006 in Hessen erfolgte, kamen pro Quadratkilometer durchschnittlich über 17 Hasen vor. Röther: „Das beweist, dass der Feldhase keineswegs vom Aussterben bedroht ist.“ Allerdings gebe es – je nach der Güte des Lebensraums – von Region zu Region und sogar zwischen benachbarten Revieren erhebliche Schwankungen. So ergaben sich im Frühjahr 2007 bei der Hasenzählung Spitzenwerte von über 70 Hasen auf einem Quadratkilometer, aber auch Minimalwerte von einem Mümmelmann auf dieser Fläche.

„Das Wildtier-Informationssystem bietet auch den Jägern wichtige Hinweise für Schonung, Hege und Bejagung der Wildarten“, stellt Röther abschließend fest. An die Stelle von Spekulationen, die früher vor allem von Naturschutzverbänden verbreitet wurden, seien nun handfeste und nachprüfbare Zahlen und Fakten getreten.

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