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Pressetipp für
September 2007
- Thema des Monats -
Jäger
fordern eine „Agenda 21“ fürs Rotwild
Eine
„Agenda 21“, die die artgerechte Existenz des Rotwildes langfristig sichert,
hat der Landesjagdverband Hessen (LJV) gefordert.
„Dafür müssen breite Teilen
der Bevölkerung gemeinsam
für das Lebensrecht unseres größten freilebenden Säugetieres eintreten und
den Rothirsch als unser aller Kulturgut
anerkennen“, fordert der Pressesprecher des Landesjagdverbandes Hessen
(LJV), Klaus Röther, in einer Pressemitteilung. In diesen Tagen hallt der
Brunftschrei der Hirsche wieder durch die Wälder und erinnert an die
ursprüngliche Natur und stolze Kraft des „Königs der Wälder“, den schon
die Urmenschen auf ihren Höhlenbildern als jagdliche Beute zu bannen suchten.
Zu
diesem „Bündnis fürs Rotwild“ müssten neben Jägern, Förstern,
Waldbesitzern, und Landwirten auch Natur-
und Tierschützer sowie alle Naturnutzer wie Freizeitsportler und
Erholungssuchende ihren Teil beitragen. Dabei
darf es nach Röthers Worten in keiner
dieser Bevölkerungsgruppen bei bloßen Lippenbekenntnissen bleiben. Jede müsse
vielmehr auf die elementaren
Lebensbedürfnisse dieser Wildart -
nämlich Ruhe, ungestörte und artgerechte Nahrungsaufnahme
auch am Tag und sein hohes Sicherheitsbedürfnis - Rücksicht nehmen und dafür
ihre persönlichen Interessen ein wenig zurückstecken.
„So
sollten die Jäger in Rotwildgebieten grundsätzlich störungsarme Jagdarten
bevorzugen und die Bejagung der Wildschweine nicht tief in die hinein Nacht
verlagern, damit das Rotwild nicht rund um die Uhr beunruhigt wird“, erklärte
der LJV-Sprecher. Auch dürfe der Hirsch seiner ansehnlichen Trophäe wegen
nicht zum bloßen jagdlichen Prestige-Objekt verkommen, „das die
Jagdpachtpreise in ungeahnte Höhen und die Jagdmoral in tiefe Niederungen
treibt“. Zudem müssten die Pächter
von Rotwildrevieren grundsätzlich respektieren, dass der Waldeigentümer, der
oft auf die Einnahmen aus dem Waldbau angewiesen ist, keine ausufernden Wildschäden
akzeptieren kann.
Zugleich
müssen Förster und Waldbesitzer aber auch einen gewissen Umfang an
unvermeidbarem Wildschaden dulden.
Zu überlegen
sei, ob Waldbesitzer nicht grundsätzlich von der öffentlichen Hand unterstützt
werden sollten, wenn sie - bei an die Lebensraumkapazität angepassten
Wildbeständen - mit ihrem Waldbau unser größtes wilde Säugetier und andere
freilebende Tiere besonders förderten. „Wenn
ein breiter Konsens über das Existenzrecht des Rotwildes besteht“,
erläuterte Röther, „ist es auch Sache der Allgemeinheit, dieses zu
sichern.“ Die Jäger nähmen jedenfalls in dieser Hinsicht schon heute eine
Vorreiterrolle ein.
Ferner müssten
Naturnutzer wie Freizeitsportler, Erholungssuchende, Pilzsammler und alle
Waldbesucher strikt und aus eigener Einsicht auf die Bedürfnisse des Rotwildes
Rücksicht nehmen. Röther: „Das heißt, dass Wildruhezonen respektiert , die
Verstecke des
Wildes Tag und Nacht nicht behelligt und die ausgebauten Waldwege möglichst
nicht verlassen werden. Hundefreunde sollten ihre Vierbeiner, deren Duftspur
allein schon die Wildtiere abseits der Wege in Panik versetzt,
stets anleinen. Und in der
Nacht gehört der Wald grundsätzlich dem Wild.“
Er
hoffe, sagte der LJV-Pressesprecher, „dass Naturschützer stets mit Jägern
und Förstern an einem Strang ziehen, wenn es um die Verbesserung des
Lebensraums Wald für die freilebenden Tiere und die Vermeidung von Störungen
geht.“ Rücksichtnahme auf das sensible Rotwild erfordere letztlich von
allen Gruppierungen Selbstbeschränkung - und die sei derzeit
gesellschaftlich nicht gerade opportun.
Dr. Klaus Röther