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Pressetipp für
April 2007
- Thema des Monats -
Jagdverband: Mit Wildwarnanlagen und –reflektoren Zahl der Wildunfälle reduzieren
Die Installation von
elektronischen Wildwarnanlagen und Wildwarnreflektoren an den Straßen soll die
Zahl der Wildunfälle in Hessen reduzieren. Das hat der Landesjagdverband Hessen
(LJV) gefordert. „Über 13.000
Rehe, zirka 2.200 Wildschweine, 200 Hirsche, 4.000 Füchse, 3.250 Hasen und
1.000 Dachse fallen jährlich in Hessen dem Straßenverkehr zum Opfer“, erklärt
LJV-Präsident Dietrich Möller. Dabei würden durchschnittlich fünf
Menschen getötet und rund 400 Verkehrsteilnehmer verletzt. Der
Sachschaden beläuft sich nach Möllers Worten auf rund 45 Millionen Euro.
Gerade im Frühjahr werden laut Möller viele Wildtiere getötet, weil diese bei
der Suche nach frischen Gräsern und Kräutern besonders häufig die Straßen überqueren.
„Elektronische Wildwarnanlagen haben in der Schweiz und in
Sachsen-Anhalt an Unfallschwerpunkten die Zahl der Wildunfälle um 98 bis 100
Prozent gesenkt“, berichtete Möller. Bei diesen Anlagen erfassen am Straßenrand
installierte Infrarotsensoren die Wildtiere. Sobald sich ein Tier der Straße nähert,
blinken wie bei einer Verkehrsampel großflächig das Warnschild
„Wildwechsel“ und eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 40 Stundenkilometern
auf und warnen die Verkehrsteilnehmer. „Die Warnanlage, die knapp
100.000 Euro kostet, gibt dem Wild Vorfahrt und bremst die Kraftfahrer“,
betonte der LJV-Präsident. Die Kosten dieser Anlage könnten nach Angaben des
Herstellers bei einer Serienproduktion auf ein Drittel gesenkt werden. Den Bau
der ersten Wildwarnanlage in Hessen hat das Amt für Straßen- und Verkehrswege
in Eschwege an der B 400 bei Sontra-Ulfen geplant.
„Weitere Wildwarnlagen müssen
unverzüglich an der B 251 bei Zierenberg-Oelshausen (Landkreis Kassel), an der
B 252 bei Münchhausen (Landkreis Marburg-Biedenkopf), an der B 27 bei Ludwigsau
(Landkreis Hersfeld-Rotenburg), an der B 254 bei Wartenberg-Angersbach
(Vogelsbergkreis), an der B 455 bei Eppstein-Bremthal (Main-Taunus-Kreis), an
der B 486 bei Langen (Landkreis Offenbach) und an der B 26 bei Babenhausen
(Landkreis Darmstadt-Dieburg) errichtet werden“, forderte der Jäger-Chef.
In diesen besonders sensiblen Bereichen liegen laut Möller zum Teil
Fernwanderwege von Hirschen und der seltenen Wildkatze. Bei Ulfen
sei zudem mit der Einwanderung des Luchses zu rechnen, nachdem diese Raubkatze
schon bei Herleshausen gesichtet worden sei und sich offenbar vom Nationalpark
Hainichen (Westthüringen) nach Osthessen ausbreite.
Wildwarnreflektoren, die vor
allem Rehe bei der Annäherung von Kraftfahrzeugen vom Überqueren der Straße
abhalten und an den Leuchtpfosten am Straßenrand befestigt werden, sollten nach
Möllers Worten grundsätzlich an allen „normalen“ Wildunfallschwerpunkten
des 21.000 Kilometer langen hessischen Straßennetzes installiert werden. Dazu müsse,
wie in Österreich , aus Gründen der Verkehrssicherheit der jeweilige Baulastträger
der Straße gesetzlich verpflichtet werden. Die neuesten Reflektoren spiegeln
nicht nur bei Dunkelheit das Scheinwerferlicht der Kraftfahrzeuge wider und
bilden damit eine Art Lichtzaun für das Wild. Sie erzeugen zugleich einen
warnenden Pfeifton und werden durch Sonnenenergie aufgeladen. Durch die
Verbindung von Lichtblitz und Warnton verringern die
High-Tech-Wildwarnreflektoren, die pro Stück etwa 90 Euro kosten, die Wildunfälle
um bis zu 90 Prozent.
„Wenn ein Kraftfahrzeug mit 70 Stundenkilometern mit einem Rehbock kollidiert, entspricht dies etwa einem Aufprallgewicht von einer Tonne“, erklärte Möller. Beim Zusammenstoß mit einem kapitalen Wildschwein wirkten sogar zirka sechs Tonnen und bei der Kollision mit einem Hirsch neun Tonnen auf das Auto oder Motorrad ein. Angesichts der beträchtlichen Gefahren für Leben und Gesundheit der Menschen und der hohen Sachschäden, die durch Wildunfälle entstehen, hätten sich die Kosten der Warneinrichtungen meist schon binnen eines Jahres amortisiert. In Hessen ereignen sich jährlich rund 25.000 Wildunfälle.