Pressetipp für Januar 2006
- Thema des Monats -

Der Landesjagdverband ruft zu einer intensiven Fuchsbejagung auf

 

"Um Feldhase, Rebhuhn, Lerche und Birkhuhn zu helfen, müssen Jäger und Förster in diesem Winter den Fuchs wieder flächendeckend intensiv bejagen", appelliert der Präsident des Landesjagdverbandes Hessen (LJV), Dietrich Möller (Marburg), an die Grünröcke. Zudem forderten auch die hessischen Veterinärbehörden und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Jägerinnen und Jäger auf, die drastisch angestiegene Fuchspopulation zu reduzieren. Inzwischen sei auch in Hessen die Tollwut wieder aufgeflackert,  der Fuchsbandwurm habe sich weiter verbreitet und die Fuchsräude sei auf dem Vormarsch.

Etwa 150.000 Rotfüchse suchen nach Möllers Worten in diesem Winter in hessischen Wäldern und Feldern nach Beute und dringen dabei verstärkt in die Städte vor. Zwar hätten die Jäger im vergangenen Jahr  fast  50.000 Rotröcke erlegt, aber diese Lücke habe der Fuchsnachwuchs teilweise schon wieder aufgefüllt. Vor zirka 30 Jahren existierten in Hessen laut LJV-Präsident nur knapp 20.000 Füchse, aber noch zehnmal soviel Rebhühner und Feldhasen wie heute.

Als "Allesfresser" bedient sich Reineke nach Möllers Angaben auch am "Kalten Buffet" der Straße, wo er ganzjährig überfahrenes Wild vorfinde. Mülltonnen, Komposthaufen und weggeworfene Essensreste lockten die hungrigen Füchse auf der Suche nach Fraß sogar vermehrt in besiedelte Gebiete. "Im Frühjahr und Sommer stehen dann Junghasen, Rehkitze und Bodenbrüter bevorzugt auf Reinekes Speiseplan", teilt der LJV-Präsident weiter mit. Angesichts des großen Nahrungsspektrums, das dieser besonders anpassungsfähige Beutegreifer heute vorfinde, könne von einer "Selbstregulation" des Fuchsbestandes überhaupt keine Rede sein. Dagegen hätten sich die Lebensbedingungen der Beutetiere deutlich verschlechtert.

Eine überhöhte Fuchspopulation kann deshalb nach Möllers Darstellung zumindest örtlich das Aussterben ihrer Beutetiere beschleunigen, wie der stark rückläufige Birkhuhnbestand in der Rhön zeige. Und während die Grünröcke schon seit Jahren die Jagd auf Rebhuhn und Hase weitgehend eingestellt hätten, dezimiere Reineke diese Wildarten weiter.

Die oberste hessische Veterinärbehörde und die WHO warnen nach Möllers Worten davor, dass sich die gefährliche Wildtollwut wieder ausbreitet, wenn Jäger und Förster die Rotröcke nicht stärker regulieren. Deren  Bestand sei inzwischen so stark angestiegen, dass die Tollwutimpfung per Impfköder nur noch rund 60 Prozent der Füchse erreiche. "Eine wachsende Zahl der Rotröcke ist deshalb nicht mehr gegenüber dem gefährlichen Tollwutvirus resistent", erklärt der Jägerpräsident. Außerdem sei in Hessen schon fast jeder zweite Reineke vom Fuchsbandwurm befallen, der beim Menschen die Leber zerstören könne.

Möller weist darauf hin, dass der Winterbalg des Fuchses zu Pelzbekleidung und -decken verarbeitet wird, die man später ökologisch korrekt auf dem Kompost entsorgen kann. Winterbekleidung aus modernen Kunststofffasern lande dagegen auf dem Sondermüll. "Fuchsmäntel und -jacken trotzen außerdem selbst sibirischer Kälte und schaffen ein gesundes Körperklima", unterstreicht der LJV-Präsident.

Die Bejagung des Rotfuchses und die Verwertung der Bälge stimme exakt mit der Forderung der Weltnaturschutzunion IUCN überein, die Naturgüter nachhaltig zu nutzen, ohne dabei eine Tier- oder Pflanzenart auszurotten.

Dr. Klaus Röther

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