Pressetipp für Februar 2005
- Thema des Monats -

Vom Aussterben bedrohte Birkhühner haben sich wieder in der hessischen Hochrhön angesiedelt

 

Die extrem vom Aussterben bedrohten Birkhühner  haben sich in  Hessen wieder angesiedelt.  Jäger und Förster haben  wiederholt  im hessischen Teil der Hohen Rhön Birkwild gesichtet. Das erklärt das Vorstandsmitglied des  Landesjagdverbandes Hessen (LJV), Günter Dienst (Hünfeld/Kreis Fulda),  in einer Pressemitteilung. Dienst bittet Wintersportler und Erholungssuchende dringend,  auf den Skipisten, -loipen und Wanderwegen zu bleiben,   um die  wegen ihres schwarzen Brustgefieders auch „Schwarze Ritter“ genannten Rauhfußhühner nicht in ihrer Winterruhe zu stören.  Die Birkhühner, die ab einer Distanz von 300 Metern vor dem Menschen fliehen, könnten sonst an Entkräftung sterben.

„Das Wahrzeichen der Rhön ist nach Hessen zurückgekehrt“, sagte Dienst,  der im Jagdverbandsvorstand für Schutz und Hege des Birkwildes zuständig ist. Seit zwei Jahrzehnten sei  diese seltene Vogelart  in Hessen „verschollen“  gewesen und ihr Bestand 1995  in  der benachbarten bayerischen Rhön auf den Tiefstand von zirka 20  Tieren gesunken. 2004 wurden jedoch insgesamt wieder rund 70 dieser Rauhfußhühner gezählt.

„Seit 1996 haben hessische  Jäger, Förster und Naturschützer  in Knochenarbeit Kleinbiotope mit Wacholdersträuchern, Preisel- und Heidelbeeren angepflanzt und die Hochwiesen der Rhön von Verbuschung freigehalten“, berichtete das LJV-Vorstandsmitglied. Das Forstamt Hilders, dessen Leiter Adalbert Fischer  sich forst- und naturschutzfachlich nachdrücklich für die bedrohten Rauhfußhühner einsetzt, schlug Fichtenbestände ein, um zwischen den Birkwildbiotopen freie Verbindungskorridore zu schaffen. Die Beteiligten arbeiten eng in einer  neu gegründeten Birkwildhegegemeinschaft zusammen, die der bodenständige Rhön-Jäger Werner Weber leitet. 

 

 Das Birkwild,  zu dessen ursprünglichem  Lebensraum die  Hochmoore der Rhön zählen,  benötigt nach Diensts Worten Beeren und  Knospen als Nahrung.  Um vor Fressfeinden wie Habicht  und  Fuchs rechtzeitig fliehen zu können, bevorzugen die Birkhühner eine offene Landschaft, wie die Hochrhön sie bietet.  

Zugleich trat Dienst dafür ein, dass künftig ein Förster oder Berufsjäger  auf  dem 3500 Hektar großen hessischen Birkwildgebiet die intensive Bejagung von Füchsen, Rabenkrähen, Waschbären  und Wildschweinen koordiniert, die Gelege und Nachwuchs der Vögel fressen. Dieser „Birkwildkoordinator“, den das hessische Umweltministerium einstellen sollte, könne auch großflächig abgestimmte Biotopverbesserungen vorantreiben.

Dr. Klaus Röther

 

 

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