Pressetipp für April  2004
- Thema des Monats -

Jäger und Förster erstellen gemeinsam die Abschusspläne für Rehe und Hirsche

Die hessischen Jäger und Förster erstellen in diesem Frühjahr  gemeinsam  die Abschusspläne für Hirsche und Rehe, Damwild und Wildschafe (Mufflons).  Dem hessischen  Jagdgesetz gemäß legen in den rund 250  Hegegemeinschaften Forstämter sowie  private  Jägerinnen und Jäger im Einvernehmen mit den Eigentümern von Wald und Feld   die Höhe des Abschusses für die einzelnen Jagdreviere fest. Dieser orientiert sich  an den Wildschäden an jungen Waldbäumen und an der Zahl des bisher erlegten Wildes.

„Jäger und Förster sollen gemeinsam einen Interessenausgleich zwischen den existenziellen Ansprüchen des Wildes und den wirtschaftlichen Anforderungen der Forst- und Landwirtschaft finden.“ Darauf weist der Präsident des Landesjagdverbandes Hessen (LJV), Dietrich Möller (Marburg), in einer Pressemitteilung hin.   Es gehe darum, sowohl die Umsetzung des naturnahen Waldbaus zu gewährleisten als auch den  Lebensraum des Wildes  zu fördern und gegen vermeidbare Zerstörungen und Beeinträchtigungen zu schützen.  Dies zielt nach Möllers Worten letztlich darauf  ab, „ein verträgliches Miteinander von Wald, Flur  und Wild“ zu erreichen.

In den Hegegemeinschaften, die jeweils etwa 5.000 bis 10.000 Hektar Feld, Wald und Flur betreuen, stellen Jäger und  Förster sowie Grundeigentümer   gemeinsam für bestimmte Wildarten  Abschusspläne auf, die von der unteren Jagdbehörde genehmigt werden müssen. Diese Behörde ist nach Möllers Angaben bei den Landratsämtern angesiedelt.  

Die Abschussquoten für Hirsche und Rehe orientieren sich nach Darstellung des LJV-Präsidenten daran, wieviele Tiere jeweils in den drei Jahren zuvor „planmäßig“ erlegt worden sind. Außerdem spielten neben den regionalen Biotopverhältnissen die Wildschäden an jungen Waldbäumen eine bedeutende  Rolle. „Denn die Jagd“, so erklärt Möller weiter, „muss heute  auch den Wald und die Feldfrüchte vor übermäßigen Schäden schützen.“

In Hessen seien  die Verbissschäden, die Rehe an jungen Waldbäumen verursachen, weithin gesunken und spielten für die Umsetzung des naturnahen Waldbaus kaum noch eine Rolle. Dagegen hat  nach Möllers Worten das Rotwild in den vergangenen zwei Jahren wieder verstärkt die Rinde von Waldbäumen geschält. Derzeit werde wissenschaftlich untersucht, worauf diese Schälschäden zurückzuführen sind und wie sie reduziert werden können.

2002  wurden in den rund 4.500 hessischen Jagdrevieren, die über 18.300 Quadratkilometer   (mehr als 1,8  Millionen Hektar) umfassen, rund 78.000 Rehe, 4.244  Rothirsche und weibliches Rotwild,  750 Stück Damwild und knapp 350 Mufflons erlegt. Zusammen mit den anderen Wildarten wie Wildschweinen lieferten die über 20.000 hessischen Jäger und Förster den Verbrauchern damit etwa 2.800 Tonnen heimisches Wildfleisch frisch auf den Tisch.

Dr. Klaus Röther

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