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Pressetipp für
Januar 2004
- Thema des Monats -
"Fuchsbejagung hilft Rebhuhn und Hase und stoppt zugleich Tollwut und Fuchsbandwurm"

"Um
Feldhase, Rebhuhn, Lerche und Birkhuhn zu helfen, müssen Jäger und Förster in
diesem Winter den Fuchs wieder flächendeckend intensiv bejagen",
appelliert der Präsident des Landesjagdverbandes Hessen (LJV), Dietrich Möller
(Marburg), an die Grünröcke. Zudem forderten auch die hessischen Veterinärbehörden
und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Jägerinnen und Jäger auf, die
drastisch angestiegene Fuchspopulation zu reduzieren. Inzwischen sei auch in
Hessen die Tollwut wieder aufgeflackert und der Fuchsbandwurm habe sich weiter
verbreitet.
Etwa
150.000 Rotfüchse suchen nach Möllers Worten in diesem Winter in hessischen Wäldern
und Feldern nach Beute und dringen dabei verstärkt in die Städte vor. Zwar hätten
die Jäger im vergangenen Jahr fast 50.000
Rotröcke erlegt, aber diese Lücke habe der Fuchsnachwuchs teilweise schon
wieder aufgefüllt. Vor zirka 30 Jahren existierten in Hessen laut LJV-Präsident
nur knapp 20.000 Füchse, aber noch zehnmal soviel Rebhühner und Feldhasen wie
heute.
Als
"Allesfresser" bedient sich Reineke nach Möllers Angaben auch am
"Kalten Buffet" der Straße, wo er ganzjährig überfahrenes Wild
vorfinde. Mülltonnen, Komposthaufen und weggeworfene Essensreste lockten die
hungrigen Füchse auf der Suche nach Fraß sogar vermehrt in besiedelte Gebiete.
"Im Frühjahr und Sommer stehen dann Junghasen, Rehkitze und Bodenbrüter
bevorzugt auf Reinekes Speiseplan", teilt der LJV-Präsident weiter mit.
Angesichts des großen Nahrungsspektrums, das dieser besonders anpassungsfähige
Beutegreifer heute vorfinde, könne von einer "Selbstregulation" des
Fuchsbestandes überhaupt keine Rede sein. Dagegen hätten sich die
Lebensbedingungen der Beutetiere deutlich verschlechtert.
Eine überhöhte
Fuchspopulation kann deshalb nach Möllers Darstellung zumindest örtlich das
Aussterben ihrer Beutetiere beschleunigen, wie der stark rückläufige
Birkhuhnbestand in der Rhön zeige. "Nachdem dort ein Berufsjäger
eingestellt wurde und die Jäger gemeinsam die Füchse verstärkt bejagen,
geht es mit dem Birkwild
wieder aufwärts", erklärt der hessische Jägerchef. Und während die Grünröcke
schon seit Jahren die Jagd auf Rebhuhn und Hase weitgehend eingestellt hätten,
dezimiere Reineke diese Wildarten weiter.
Die
oberste hessische Veterinärbehörde und die WHO warnen nach Möllers Worten
davor, dass sich die gefährliche Wildtollwut wieder rapide ausbreitet, wenn Jäger
und Förster die Rotröcke nicht stärker regulieren. Deren
Bestand sei inzwischen so stark angestiegen, dass die Tollwutimpfung per
Impfköder nur noch rund 60 Prozent der Füchse erreiche. "Eine wachsende
Zahl der Rotröcke ist deshalb nicht mehr gegenüber dem gefährlichen
Tollwutvirus resistent", erklärt der Jägerpräsident. Außerdem sei in
Hessen schon fast jeder zweite Reineke vom Fuchsbandwurm befallen, der beim
Menschen die Leber zerstören könne.
Möller
weist darauf hin, dass der Winterbalg des Fuchses zu Pelzbekleidung und -decken
verarbeitet wird, die man später ökologisch korrekt auf dem Kompost entsorgen
kann. Winterbekleidung aus modernen Kunststofffasern lande dagegen auf dem
Sondermüll. "Fuchsmäntel und -jacken trotzen außerdem selbst sibirischer
Kälte und schaffen ein gesundes Körperklima", unterstreicht der LJV-Präsident.
Die
Bejagung des Rotfuchses und die Verwertung der Bälge stimme exakt mit der
Forderung der Weltnaturschutzunion IUCN überein, die Naturgüter nachhaltig zu
nutzen, ohne dabei eine Tier- oder Pflanzenart auszurotten.
Dr.
Klaus Röther
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