Pressetipp für Dezember 2003
- Thema des Monats -

Jagdzeit auf Stockenten

Sicherheit der Bevölkerung und Fortbestand der Wasservögel gewährleistet

 

Die Jagd auf die weit verbreiteten Stockenten konzentriert sich auf den Spätherbst und frühen Winter. Bis zum 15. Januar, an dem die Bejagung dieser Wildentenart  endet, bejagen  die hessischen Jägerinnen und Jäger dieses Flugwild  an Bächen, Flüssen Teichen und Seen. Darauf  weist  der Pressesprecher des Landesjagdverbandes Hessen (LJV), Dr. Klaus Röther,  in einer Pressemitteilung hin.

„Pro Jagdsaison werden in Hessen durchschnittlich rund 18.000 Stockenten erlegt und als knuspriger Braten verzehrt“, berichtet der Pressesprecher. Das sei etwa ein Fünftel des gesamten Bestandes. Die jährlichen Zählungen des Internationalen  Büros für Wasservogel-Forschung haben laut Röther  ergeben, dass die Zahl der Entenvögel und der Wildgänse in Europa trotz der Bejagung weiter wächst. Dies sei auch darauf zurückzuführen,  dass Flüsse und Bäche durch die Einflüsse der Zivilisation überdüngt werden und den Wasservögeln deshalb mehr Nahrung bieten als vor Jahrzehnten.  Auch der verstärkte Getreideanbau in der Landwirtschaft erweitere das Nahrungsangebot für die „ Breitschnäbel“.

Röther: „Die Jäger schöpfen mit der Bejagung bei weitem nicht den gesamten Überfluss ab, den die Natur bei den heimischen Wildarten erzeugt. Dabei gewinnen sie für den Verbraucher ein bekömmliches Wildfleisch, das aus der Natur kommt und daher nicht belastet ist.“ Bei vielen einheimischen Jägerinnen und Jägern sind nach den Worten des Pressesprechers derzeit preiswerte Entenbraten erhältlich.

„Spaziergänger und Freizeitsportler brauchen sich über  Schrotschüsse, die bei der Entenjagd   meistens am Morgen oder in den Abendstunden abgegeben werden, keine Sorgen zu machen“, erklärt Röther. Sie bildeten trotz des auf größere Entfernung vernehmbaren Knalls keine Gefahr für die Bevölkerung, zumal die nur zirka drei Millimeter starken Schrote rasch an Energie verlieren und nicht all zu weit fliegen.

Wesentlich negativer als die Jagd, die erst nach der Aufwuchsphase der Stockenten beginnt und lange vor deren Brutzeit endet, wirken sich nach Röthers  Angaben ganzjährige Störungen an den Gewässern aus. „Wenn Hundehalter nahezu täglich ihre Vierbeiner an den Bächen und Teichen frei herumstöbern lassen, dann leiden neben den Enten auch Wasseramsel, Eisvogel und viele andere Wasservögel darunter“,  merkt  Röther an. Diese ständigen Störungen vereitelten  nicht zuletzt  den Bruterfolg von seltenen Vogelarten und versetzten viele frei lebende Tierarten in Dauerstress.

Dr. Klaus Roether

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