Pressetipp für November 2003
- Thema des Monats -

Jäger appellieren an Autofahrer Anstieg der Wildunfälle zu stoppen

 

„Um den Besorgnis erregenden Anstieg der Wildunfälle  auf  Hessens Straßen zu stoppen, sollten die Autofahrer  in den nächsten Wochen bei der Fahrt durch Wald und Feld besondere Vorsicht walten lassen.“  Diesen Appell richtet der Landesjagdverband Hessen (LJV) an die Verkehrsteilnehmer.  Dies gelte besonders für die morgendliche und abendliche Dämmerung, die im   November mit dem verstärkten Verkehrsaufkommen des Berufsverkehrs zusammenfalle,  erklärt  LJV-Pressesprecher Klaus Röther in einer Pressemitteilung. Außerdem seien die Wildtiere  jetzt besonders häufig unterwegs, um sich vor der nahrungsarmen Jahreszeit Winterspeck anzufressen. Deshalb ereigneten sich  im Herbst besonders viele Wildunfälle.

„Die Zahl der in Hessen  im Straßenverkehr getöteten Wildtiere ist von rund 17 500 im Jahr 1997 auf zirka 24 200 im Jahr 2002 gestiegen“, berichtete Röther. Die sei ein Zuwachs von rund 38 Prozent. Am häufigsten fallen  nach Angaben des LJV-Sprechers Rehe dem Straßenverkehr zum Opfer. Bei dieser Wildart sei seit 1997  ein Anstieg um über  44 Prozent auf  über 13 000 Verkehrsopfer im Jahr 2002 zu registrieren. Außerdem ließen  2002 auf Hessens Straßen unter anderem  rund 2200 Wildschweine,  3250 Feldhasen und 4000 Füchse ihr Leben. Die Dunkelziffer der nicht gemeldeten Wildunfälle schätzt  Röther  auf zirka 100 Prozent. Bei Kleintieren wie Hasen und Füchsen liege sie um ein Vielfaches  höher.

Fünf Personen sterben nach Röthers Worten in Hessen jährlich bei Wildunfällen, durch die ein Sachschaden von rund 40 Millionen Euro entsteht. Mehrere  hundert Menschen werden bei dem Zusammenstoß mit Wildtieren verletzt.

Den Anstieg der  Wildunfälle  führt Röther unter anderem auf eine rücksichtslosere  Fahrweise der Kraftfahrer zurück: „Verkehrszeichen, die vor der akuten Gefahr von Wildunfällen warnen, werden kaum noch beachtet.“ 

„Etwa 20 Prozent der Wildtiere schleppen sich nach  Kollisionen mit Kraftfahrzeugen noch mit schweren Verletzungen davon“, erklärte der LJV-Sprecher. In diesen Fällen erforderten Jagdgesetz und Tierschutzgedanke, dass Jäger und Förster mit speziell ausgebildeten Jagdhunden das Wild nachsuchten und von seinen Leiden erlösten. Nach dem Jagdgesetz muss in jedem hessischen Jagdrevier ein geprüfter Jagdhund zur Verfügung stehen. Um  die Ausbildung dieser vierbeinigen „Nachsuche-Spezialisten“ zu fördern, richtete der Landesjagdverband   zum 46. Mal die sogenannte „Verbandsschweißprüfung“ aus,  bei  der 20 Jagdhunde auf  20 und 40 Stunden alten „Kunstfährten“ ihre gute Nase unter Beweis stellten.

Dr. Klaus Röther

 

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