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Pressetipp für
April 2003
- Thema des Monats -
Gut gefütterte Hauskatzen dezimieren Millionen Singvögel, Junghasen und Rebhühner
„Die beiden Zoologen ermittelten,
dass 78 Katzen während eines Jahres in einem Dorf 1100 tote
Beutetiere nach Hause brachten. Davon waren 64 Prozent Kleinsäuger, der
Rest Vögel“, berichtet LJV-Pressesprecher Dr. Klaus Röther. Die englischen
Wissenschaftler seien zu dem Schluss gekommen, dass Katzen landesweit mindestens
20 Millionen Vögel töteten und einen bedeutenden Einfluss auf die
Artenvielfalt haben könnten.
„Nach Schätzungen der
Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadensverhütung des Landes
Nordrhein-Westfalen werden in
Deutschland jährlich eine Million Junghasen, Wildkaninchen, Rebhühner und
Fasane von wildernden Katzen gerissen“, teilt Röther weiter mit.
Damit machten die von ihren Haltern unbeaufsichtigten vierbeinigen
Streuner oft die Hege- und Artenschutzbemühungen von Jägern und Naturschützern
zunichte. Zudem fielen den rund acht Millionen
deutschen Hauskatzen auch nach Darstellung der Hamburger Illlustrierten
„Stern“ jährlich etliche Millionen Singvögel zum Opfer.
Der „Stern“ selbst schreibe, dass sich in Deutschland die Hauskatze
„zum führenden Raubtier der Wildbahn gemausert“
habe – obwohl sie zuhause gut
gefüttert werde.
Dennoch ging nach Röthers Worten ein
„Aufschrei der Empörung“ durch die Reihen der Katzenhalter, als der Gießener
Tiermediziner Professor Erhard Kaleta 1995 gefordert habe, Katzen zum Schutz von
brütenden Singvögeln und ihrer Jungen von Mitte März bis Mitte Juli an die
Leine zu nehmen. Röther: „Es hat jedoch absolut nichts mit Tierliebe zu tun,
wenn Tierhalter tatenlos zusehen, wie ihre vierbeinigen Lieblinge ein Massaker
unter Singvögeln und Jungwild anrichten.“
Etliche Katzenfreunde – insbesondere Singles –
hielten jedoch laut „Stern“ ihren schnurrenden Vierbeiner
als eine Art pflegeleichten
„Kind-Ersatz“, weil sie mit der
Katze schmusen und sie
wie ein Baby streicheln und füttern könnten.
Prof.
Kaleta habe auch zu Recht darauf hingewiesen, erklärt der LJV-Sprecher,
dass streunende Katzen die lebensgefährlichen Krankheiten
Tollwut, Fuchsbandwurm und Toxoplasmose verbreiten. Um die Bestände
wildernder und herrenloser Hauskatzen nicht ins Uferlose wachsen zu lassen, müssten
deshalb möglichst viele Hauskatzen sterilisiert werden.
„Ökologisch gesehen, ist es
heutzutage fast immer geradezu ein Verbrechen, eine Hauskatze hinauszulassen,
damit sie Vögel und andere freilebende Tiere tötet“, zitiert der
LJV-Sprecher den amerikanischen Verhaltensforscher Michael W. Fox, der das
Standardwerk „Verstehe deine Katze“ verfasst hat.
Laut Fox ist es absolut verantwortungslos, „wenn Leute ihre Tiere frei
herumlaufen und sich fortpflanzen lassen“.
Das Jagdgesetz verpflichtet die
hessischen Jägerinnen und Jäger
nach Röthers Angaben „ausdrücklich, das Wild vor Hungersnot, Seuchen und
Wilderern sowie vor wildernden
Hunden und Katzen zu schützen“. Wenn
alle anderen Bemühungen der Jäger
scheiterten, die vor allem Jungtieren und hochträchtigen Tieren drohenden
Gefahren abzuwenden, sei auch das Töten wildernder Hunde und Katzen gesetzlich
erlaubt. Röther: „Nicht die Katzen, deren Halter sind das Problem. Es liegt
letztlich an ihnen, als wahre Tierfreunde Verantwortung zu übernehmen und
von vornherein Übergriffe auf die freilebenden Tiere zu unterbinden.“
Dr.
Klaus Röther
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