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Pressetipp für
Dezember 2002
- Thema des Monats -
Wildtollwut dringt
nach Frankfurt vor
- Jäger und Förster müssen die Füchse noch intensiver bejagen -

"Gefahr für Frankfurt! Tollwütiger Fuchs greift Spaziergänger an" titelte die "Bild"-Zeitung unlängst in der Mainmetropole. "Das Maß ist voll: Tollwut-Alarm fürs gesamte Stadtgebiet", schrieb Bild weiter. Zuvor waren in Frankfurt binnen zwei Wochen sechs Fälle von Wildtollwut registriert worden.
Um den Seuchenzug der Tollwut zu stoppen, müssen Jäger und Förster in diesem Winter den Fuchs mit Flinte und Falle flächendeckend intensivst bejagen", appelliert der Präsident des Landesjagdverbandes Hessen (LJV), Dietrich Möller (Marburg), an die rund 21.000 hessischen Grünröcke. Die tödliche Seuche ist vom bayerischen Spessart über den Main-Kinzig-Kreis und den Landkreis Offenbach bis nach Frankfurt vorgedrungen.
"Nachdem rund 15 Jahre lang die ,Schluckimpfung für Füchse‘ praktiziert worden ist, galt die Tollwut in Hessen als ausgerottet", berichtet der Jägerpräsident.. Doch obwohl für mehr als 30 Millionen Euro Impfköder gegen die Tollwut ausgelegt worden seien, sei die Seuche nicht endgültig besiegt worden.
"Obgleich die hessischen Jägerinnen und Jäger 2001 rund 54.000 Füchse erlegten, ist deren Populationsdichte noch immer zu hoch", erklärt Möller. Derzeit bevölkerten rund 160.000 Rotröcke Hessen; das entspreche etwa acht Füchsen je 100 Hektar Jagdfläche. In diesem außerordentlich hohen Bestand wachse die Zahl der Tiere, die keine Impfköder gegen die Tollwut aufnehmen und die Seuche durch Kontakt mit Artgenossen übertragen.
Schuld an dem rapiden Anstieg der Fuchspopulation, die sich laut LJV-Präsident binnen 30 Jahren fast verzehnfacht hat, sei nicht zuletzt unsere "Wegwerfgesellschaft". Mülltonnen, Komposthaufen und weggeworfene Essensreste lockten die hungrigen Füchse auf der Suche nach Fraß vermehrt in besiedelte Gebiete. Zudem bediene sich "Allesfresser" Reineke auch am "Kalten Buffet" der Straße, wo er ganzjährig überfahrenes Wild vorfinde. Auf dieses unnatürlich hohe Nahrungsangebot reagiere der Beutegreifer als ausgesprochener Kulturfolger mit explosionsartiger Vermehrung.. Darunter litten auch Junghasen, Rehkitze und Bodenbrüter, die im Frühjahr und Sommer bevorzugt auf Reinekes Speiseplan stünden .
Die Bundesforschungsanstalt für Virusforschung hat nach Angaben des LJV-Präsidenten erst kürzlich darauf hingewiesen, dass in Hessen vor allem im Staatsforst bei der Fuchsbejagung noch ein erheblicher Nachholbedarf bestehe. Dort kamen 1999 nur 0,8 Füchse je 100 Hektar zur Strecke, während in den nicht staatlichen Jagdrevieren mit 3,2 Rotröcken pro 100 Hektar vier Mal soviel Füchse erlegt wurden.
Möller rief die Besitzer von Hunden und Katzen auf, ihre Haustiere unbedingt regelmäßig gegen Tollwut impfen zu lassen. Ansonsten müssten ihre Vierbeiner in jedem Fall eingeschläfert werden, wenn sie mit tollwütigen Füchsen in Berührung gekommen seien. "Ein solch‘ tragischer Fall hat im Main-Kinzig-Kreis ereignet", berichtet der Jägerpräsident. Ferner müssten in den durch Tollwut gefährdeten Gebieten Hunde stets an der Leine geführt und Katzen im Haus gehalten werden falls sie nicht gegen Tollwut geimpft sind.
Wenn Füchse und andere Wildtiere keine Scheu vor dem Menschen zeigen und nicht mehr vor ihm flüchten, besteht nach Möllers Worten Tollwutverdacht. Dann sollten sofort die Polizei oder der zuständige Jäger und Förster benachrichtigt werden. Diese scheinbar zahmen Tiere dürfe man keinesfalls berühren, um sich nicht mit der tödlichen Seuche zu infizieren. In gefährdeten Gebieten könnten auch Haustiere, die sich scheinbar grundlos außergewöhnlich aggressiv oder apathisch zeigten, von der Seuche befallen sein.
"Wer Kontakt mit einem tollwütigen Tier hatte, muss sich sofort einer Schutzimpfung unterziehen", betont der LJV-Präsident. Ansonsten bringe eine Tollwut-Infektion dem Betroffenen unweigerlich den Tod . Die Schutzimpfung könne aber auch grundsätzlich vorbeugend erfolgen.
Dr. Klaus Röther
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