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Hess.
Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Rekordverdächtige
Jagdstrecken in Hessen |
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hessischen Jagdstrecken im Jagdjahr 2008/2009 sind bei vielen Tierarten
rekordverdächtig hoch. Dies belegt die Statistik des Hessischen
Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Neben
dem enormen Streckenergebnis des Schwarzwildes von rund 78.000 Stück,
haben u.a. auch die Abschusszahlen von Rot- und Damwild stark zugenommen.
Rund
78.000 Wildschweine, über 6.000 Stück Rotwild, 1.400 Stück Damwild –
Abschusszahlen, die in Hessen ganz weit oben in der statistischen
Zeitreihe der jeweiligen Wildart rangieren, wenn nicht sogar die Spitze
einnehmen. „Hessens
Jägerinnen und Jäger haben im vergangenen Jagdjahr eine enorme Leistung
vollbracht“, stellte Staatsministerin Lautenschläger bei der Veröffentlichung
dieser Zahlen unumwunden fest und dankte der Jägerschaft für diesen persönlichen
und sehr zeitintensiven Einsatz. Insbesondere
bei der Bejagung des Schwarzwildes sei, in Anbetracht eines nach wie vor
drohenden Ausbruchs der Schweinepest, eine nachhaltige Absenkung des
Bestandes dringend notwendig und ein erster, wichtiger Schritt gemacht
worden. „Hohe
Abschusszahlen sind aber nicht nur ein Zeichen für den Fleiß der Jägerschaft,
sondern auch ein deutlicher Weiser dafür, dass viele Tiere dieser
Wildarten in Hessens Wälder und Felder leben“, so die Staatsministerin. Und
dies sei die Kehrseite der Medaille dieser hohen Streckenergebnisse. Müssen
sich nämlich viele Individuen einen Lebensraum teilen, entstehen leider
auch vermehrt Schäden an den Kulturpflanzen in diesem Lebensraum.
Landwirte und Waldbesitzer bestätigen dies durch zunehmende
Wildschadensmeldungen. Die
Landwirte klagten anhaltend über beträchtliche Schäden durch
Schwarzwild auf ihren Feldern, daher bittet Staatsministerin Silke
Lautenschläger inständig alle Jägerinnen und Jäger in ihrem Eifer bei
der Schwarzwildbejagung nicht nachzulassen und die Schwarzkittel weiterhin
intensiv zu bejagen. Ebenso
wie die Landwirte klagen die Waldbesitzer über viel zu hohe Schälschäden
den Wäldern. Mit einer verstärkten Jagd auf das Rotwild, versuche man
wieder annähernd an die Populationsgröße der 90er Jahre zu gelangen. In
dieser Zeit war es gelungen die Rotwildstrecke auf etwas über 3000 Stück
pro Jahr einzupendeln. Mit der diesjährigen Jagdstrecke von 6174 Stück
hingegen, erreichte man beim Rotwild in Hessen den zweithöchsten Wert
aller Zeiten. „Dieser
Trend muss sich umkehren! Beim Rotwild ebenso wie beim Damwild, denn auch
hier erreichen wir wieder Spitzenwerte und einen deutlichen Aufwärtstrend.
Wurden in den vergangenen 20 Jahre keine 1000 Stück Damwild pro Jahr
erlegt, so weist die diesjährige Tabelle einen Wert von über 1400 Stück
aus“, erläutert Lautenschläger. Hessens
Jäger haben sich aber auch weniger bekannten Arten intensiv gewidmet. So
sei der Anstieg der Waschbärstrecke fast schon erschreckend. Binnen zehn
Jahre hat sich die Anzahl der erlegten Tiere von rund 4.000 Waschbären
auf 16.616 im vergangenen Jagdjahr vervierfacht! Tendenz steigend, denn
diese, ursprünglich aus Nordamerika stammenden Kleinbären fühlen sich
in Hessen zunehmend wohl. Bei der Auswahl ihres Lebensraums sind sie äußerst
flexibel und daher häufig auch im besiedelten Raum anzutreffen.
Insbesondere die Bewohner von Kassel wissen vom Waschbären und den Folgen
seiner Anwesenheit ein Liedchen zu singen. Ähnlich
verhält es sich mit einem anderen Neubürger unsere Landschaft – dem
Nutria. Diese aus Südamerika stammende Art wurde vor 10 Jahren mit noch
nicht einmal 20 Tieren in der hessischen Abschussstatistik geführt. Die
Jagdstrecke dieser unscheinbaren Art ist mittlerweile auf 724 Tiere
angewachsen, und wird damit in Zukunft voraussichtlich alles andere als
unscheinbar sein. Mit der Ausbreitung neuer Arten und deren Einfluss auf
die heimische Tierwelt werden die hessischen Jägerinnen und Jäger immer
wieder vor neue Herausforderungen gestellt die es zu lösen gilt. „Keine neue Art, aber dennoch eine besondere Herausforderung wird in den kommenden Jahren auch die Bejagung des Rehwildes darstellen“, hob Umweltministerin Lautenschläger hervor. Zwar sei die Rehwildstrecke des vergangenen Jahres, im Vergleich zu den Vorjahren relativ konstant und bedürfe keiner grundlegenden Veränderungen in der Anzahl. Jedoch verweist die Staatsministerin auf die vielen Waldflächen, die nach dem Sturm Kyrill im Januar 2007 von den Waldbesitzern unter großer finanzieller Belastung wieder mit jungen Bäumen bepflanzt worden seien. „Unser Rehwild ist ein Feinschmecker und die Knospen der jungen Waldbäume stehen leider auf seinem Speiseplan ganz oben. Ich bitte daher die Jägerschaft in den kommenden Jahren Ihren Rehwildabschuss verstärkt auf diese Flächen zu konzentrieren, um dem neu entstehenden Wald eine Chance zu geben, sich entwickeln zu können“, so die Staatsministerin abschließend. Hinweis:
Die Erläuterung der Jahresjagdstrecke aus Sicht des LJV erfolgt in der
Ausgabe Oktober 2009.
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