Achtung Wild!

– Forderung nach bundesweit einheitlicher Erfassung von Wildunfällen

NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper begrüßte Mitte April rund 100 Teilnehmer zur Fachtagung „Achtung: Wild! Unfallrisiko senken“ von DJV, ADAC und DVR im Grevenbroichener ADAC-Fahrsicherheitszentrum. Der Schirmherr wies in eindringlichen Worten auf den Faktor Mensch hin, der bei Wildunfällen eine bedeutende Rolle spielt. „Bitte überschätzen Sie sich beim Fahren nicht. Auch gute Fahrer kann es treffen“, appellierte der Minister.

DJV-Vizepräsident Dr. Wolfgang Bethe betonte: „Wildtiere haben in den letzten 40 Jahren keine Verkehrsregeln gelernt und werden es auch künftig nicht“. Stärkere Aufklärungsarbeit beim Autofahrer, bereits in den Fahrschulen, müsse deshalb im Vordergrund stehen. Das Verkehrsaufkommen habe sich in den vergangenen 30 Jahren verfünffacht und fatale Begegnungen von Mensch und Tier auf der Straße kämen immer häufiger vor. Abschließend forderte Bethe eine bundesweit einheitliche Erfassung von Wildunfällen, um geeignete Präventionsmaßnahmen zu entwickeln und durchzusetzen, so zum Beispiel auch elektronische Wildwarnanlagen und Querungshilfen für Wildtiere. Auch ADAC-Präsident Peter Meyer und DVR-Hauptgeschäftsführer Christian Kellner unterstützten diese Forderungen.

Experten aus den Bereichen Wissenschaft und Industrie referierten zur Thematik „Wildunfall“ – beginnend bei Wahrnehmungsgrenzen des Autofahrers über Verletzungsrisiken bei Wildunfällen, elektrische Erfassung von Wildunfällen,  bis hin zu Fahrerassistenzsystemen.

Für Aufsehen bei Teilnehmern und Medien sorgte ein Crash-Test mit Wildschwein-Attrappen. Ungebremst mit 80 Kilometern in der Stunde kollidierte ein Fahrzeug mit den Tieren. Durch die Wucht wurde die Fahrzeugfront zerstört, die Wildschweine „überlebten“ den Crash nicht. Eindrucksvoll bewies der Versuch, welche Ansprüche Wildunfälle an Material und Fahrer stellen. Die Resonanz auf die Tagung fiel durchweg positiv aus – von den Teilnehmern wie auch von den Medienvertretern. 21 Journalisten kamen nach Grevenbroich, vertreten waren Medien wie ZDF, RTL, WDR aber auch Bild, FAZ und die Jagdpresse.

Weitere Informationen sowie die Vorträge der Referenten finden Sie unter www.jagd-online.de, Rubrik Wild & Naturschutz, Wildunfälle.

 

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