DJV lehnt Forderungen nach Wald vor Wild ab

– DJV-Präsident Jochen Borchert und BAGJE-Vorsitzender Bernhard Haase protestieren in gemeinsamen Brief

In einem gemeinsamen Brief haben DJV-Präsident Jochen Borchert und der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (BAGJE), Bernhard Haase, deutlich gegen das Gutachten „Der Wald-Wild-Konflikt – Analyse und Lösungsansätze vor dem Hintergrund rechtlicher, ökologischer und ökonomischer Zusammenhänge“ protestiert.

Die Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) hatten das Gutachten bei der Universität Göttingen und der Technischen Universität München in Auftrag gegeben und in einem Pressegespräch am 5. Mai in Berlin vorgestellt. Die Studie sollte „eine sachliche Analyse der Verbisssituation in deutschen Wäldern liefern und damit die Grundlage für einen konsequenten Weg zur Lösung des Wald-Wild-Konflikts bilden“.

In ihrem Brief an die Auftraggeber des Gutachtens zeigen sich Borchert und Haase sowohl über das Zustandekommen des Gutachtens, als auch über zahlreiche Inhalte erstaunt und verärgert: „Es ist völlig unverständlich, dass die Studie ohne Beteiligung derer entstanden ist, die tagtäglich die praktische Arbeit vor Ort umsetzen.“ So genannte Lösungsansätze direkt vom Reißbrett seien wenig zielführend. Auf noch weniger Verständnis stoßen die zahlreichen Allgemeinplätze im Gutachten, „die Jäger und Landbesitzer zu Unrecht und teilweise auf polemische Art und Weise unter Generalverdacht stellen, von Ökologie keine Ahnung zu haben.“

Trotz der „unglücklichen Umstände“ bieten der DJV und die BAGJE allen Beteiligten an, konstruktiv und sachlich mit der Thematik umzugehen, die Ergebnisse des Gutachtens zu diskutieren und auch die vorhandenen Positivbeispiele, die es für einen naturnahen Waldumbau und darauf abgestimmtes Wildtiermanagement gibt, zu thematisieren. „Lösungsansätze unterbreiten ist das eine, Lösungsvorschläge umsetzen das andere. Es wäre von großem Vorteil gewesen, wenn alle Akteure von Anfang an eingebunden worden wären“, so Borchert und Haase.

Weitere Informationen zum Gutachten unter: www.dfwr.de/download

 

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