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„Hanauer Modell“ Theorie in Kranichstein und Praxis beim Jagdklub |
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Jungjäger-Anwärter
zufrieden: Alle bestehen Prüfung – Jagdklub findet engagierten
Nachwuchs Beide haben ihre
theroretische Ausbildung bei den LJV-Berufsjägern in Kranichstein und den
praktischen Teil im Hanauer Jagdklub absolviert – und beide haben die Jägerprüfung
mit Bravour bestanden. „Wir können dieses Modell nur jedem
weiterempfehlen“, sagen Jörg England (37) und Jörg Eschenbrenner (42)
unisono. „Wenn jemand berufstätig ist, nicht auf eine Jagdschule gehen
will und vor allem auch Anschluss an die heimische Jägerschaft sucht,
bietet sich diese Variante einfach an“, betont der Experte für
Informationstechnologie England. Die beiden Jungjäger ziehen gemeinsam
mit dem Vorsitzenden des Hanauer Jagdklubs eine Bilanz des ersten
Ausbildungskurses eines hessischen Jagdvereins, der seine sechs Teilnehmer
zur gut zweiwöchigen theoretischen Ausbildung ins LJV-Aus- und
Fortbildungszentrum Kranichstein entsandt hat. „Für mich ist maßgebend:
Wir brauchen eine professionelle Ausbildung durch professionelle Jäger“,
betont Jagdklubvorsitzender Flikschuh. „Außerdem kommt die praktische
Arbeit bei der Vorbereitung auf die Prüfung oft viel zu kurz.“ Doch die
Voraussetzungen für einen professionellen Unterricht sind heute wegen
„Personalmangels“ beileibe nicht mehr in jedem Jagdverein gegeben.
Deshalb schlug der Hanauer Jagdklub mit der Kranichstein-Lösung schließlich
drei Fliegen mit einer Klappe. Die beiden LJV-Berufsjäger unterrichteten
Ende Dezember 2008 und Anfang Januar 2009 die in zwei einwöchige
Abschnitte aufgeteilte Theorie, während die umfassende praktische
Ausbildung des Jagdklubs schon im Juli 2008 begann. Und die angehenden
Jungjäger mussten Mitglied des Jagdklubs werden, wenn sie an dem
Kranichsteiner Kursus teilnehmen wollten. 850 Euro kostet die Teilnahme. „Die beiden Berufsjäger
haben das genial rübergebracht“, erinnert sich Jörg England. „Ich
habe ja mit Null angefangen. Aber man hat doch gemerkt, dass die Jagd ihr
Beruf ist.“ Vor allem im Fach
Wildbiologie haben ihn „die vielen Tierarten und deren Eigenschaften“
beeindruckt, „die ich mir ja merken musste“. Jörg Eschenbrenner und
seinen fünf Mitstreitern war nicht zuletzt die umfassende Präparatesammlung
eine große Hilfe. Im Fach Waffenkunde organisierte Lehrrevierleiter
Matthias Roscher Besuche bei Büchsenmachern, die die trockene Theorie
anschaulich machten. „Revierjagdmeister
Roscher war begeistert von der großen Motivation unserer Gruppe“, freut
sich Jagdklubvorsitzender Manfred Flikschuh. Diese nicht alltägliche
Begeisterung der Kursteilnehmer für das Erlernen der ansonsten eher
grauen Theorie führt er vor allem darauf zurück, dass die Hanauer
Jagdschein-Aspiranten zuvor schon intensive Bekanntschaft mit der Jagd-
und Revierpraxis – von Hochsitzbau und –reparatur über den Ansitz auf
Böcke und Sauen bis zur frühwinterlichen Drückjagd – gemacht hatten.
Deshalb hatten die sechs Jagdeleven ihr Ziel, den Erwerb des Jagdscheins
– immer fest im Blick. Zur Bindung an die Jagd
trugen aber sicher auch ganz erheblich die Lehrprinzen bei, die Flikschuh
für den Jungjägerkurs gewinnen konnte. Die erfahrenen Beständer führten
den Nachwuchs intensiv in das Jagdhandwerk ein. Deshalb beherrschen die
angehenden Jungjäger zum Beispiel das Aufbrechen und Zerwirken aus dem
Eff-Eff. Das ist bei manchem Ausbildungskurs keineswegs mehr selbstverständlich.
Alle sechs Hanauer Anwärter
haben die Jägerprüfung bestanden und bei ihren Lehrprinzen eine Jagdmöglichkeit
gefunden. „Der Prüfungsausschuss hat uns bestätigt, dass die Prüflinge
sich durch ein gutes theoretisches und praktisches Wissen ausgezeichnet
haben“, freut sich Manfred Flikschuh. Auch Jörg Eschenbrenner und Jörg
England bereuen es keinesfalls, dass sie sozusagen als
„Versuchskaninchen“ an dem „Hanauer Modell“ teilgenommen haben.
„Ich wollte das Handwerk des Jagens erlernen, die Natur und den Wechsel
der Jahreszeiten erleben und nicht bloß mit dem Gewehr auf dem Hochsitz
sitzen“, erläutert England seine Motive. „Jäger werden und nicht nur
Jagdschein-Inhaber“ hat sich auch Jörg Eschenbrenner zum Ziel gesetzt.
Deshalb haben sich beide gegen die kommerzielle Jagdschule und für die
Ausbildung im Hanauer Jagdklub entschieden – mit enger Anbindung an die
heimatlichen Gefilde. Zufriedene Jungjäger,
zufriedene Lehrprinzen und ein zufriedener Jagdklub, der einen engagierten
Nachwuchs gefunden hat. Das ist das Ergebnis des „Hanauer Modells“. (Für
Fragen stehen der Vorsitzende des Hanauer Jagdklubs, Manfred Flikschuh,
Tel. (06187) 201 02 44, E-Mail: manfred.flikschuh@t-online.de
und Christina Neumann, LJV Hessen, Tel. (06032) 9361-11, E-Mail: info@ljv-hessen.de, gerne zur Verfügung). Dr. Klaus Röther
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