„Jahresbericht der Arbeitsgemeinschaft Lebensraum Rotwild 2008“

Struktur

 

Seit Beginn an versteht sich die AGLR als „Vermittler“ zwischen behördlichen Vorhaben auf der einen

Seite und den Hegegemeinschaften in den Ländern andererseits. Bis heute ist die AGLR eine Gruppierung von Personen, die – ergänzend zu den jagdlichen Aspekten – auch ihr ideelles Interesse und ihren ideellen Einsatz für das Rotwild in den Vordergrund stellen. Seit Jahren werben wir über die AGENDA ROTWILD um weitere Mitarbeiter, die sich für das Rotwild einsetzen wollen und zwar orientiert an der Realität, nicht an unrealistischen Wunsch- oder Idealvorstellungen.

 

Fachlicher Stand

 

Als Basis unserer Arbeit haben wir seit 1997 folgende Grundlagen geschaffen, die bis heute unsere

Arbeits- und Handlungsgrundlagen sind:

 

►        ROTWILD-KATASTER DEUTSCHLAND

Das KATASTER umfasst zwischenzeitlich 9 Segmente und ist in permanenter Erweiterung und Fortschreibung.

Alle Segmente liegen zugänglich vor und können erworben werden – pro Segment bitten wir zur Deckung der Kosten um 7 €/Exemplar. Ein Überblick ist im Internet möglich.

►        AGENDA ROTWILD ( lat.: „… was zu tun ist …“)

Sie fasst die Kern-Punkte und Pfeiler unserer bisherigen Arbeit seit 1997 zusammen, um sie übersichtlich und nachvollziehbar zu machen. Die AGENDA schlägt sich in unseren konkreten Projektarbeiten nieder.

►        NETZWERK ROTWILD

Mitte der neunziger Jahre begründeten wir das Netz der am Rotwild Interessierten und erweitern dieses seither und sind bemüht, diese sukzessive in den Status des FÖRDERERS zu überführen, um die Festigkeit der Zusammenarbeit zu erhöhen.

 

Auszug der in 2008 durchgeführten Arbeiten

 

Thüringen/Hessen

Im Rotwildgebiet „Seulingswald“ konnte nach mehr als 15 Jahren eine Vereinbarung zur Rotwild-Bewirtschaftung im Grenzraum Hessen/Thüringen erreicht werden. Nach vielen Gesprächen mit den Obersten Jagdbehörden und Ministern der beiden Bundesländer konnte hier eine angemessene Regelung erreicht werden. Trotz einiger Rückschläge wird das Ziel, eine länderübergreifende Regelung zu finden, weiterverfolgt.

 

Im Rotwildgebiet „Meißner-Kaufunger Wald“ setzten wir mit der örtlichen Hegegemeinschaft das Projekt „Anfertigung eines Lebensraum-Konzeptes in Eigenregie der HG“ fort. In mehreren weiteren Rotwild-HG verfolgen wir ähnliche Ansätze.

Besonderes Unterscheidungsmerkmal zu zahllosen anderen Projekten und Konzepten ist hier, dass das Konzept praktisch zum „Nulltarif“ in Eigenregie der RW-HG erarbeitet wird – ein zweites Merkmal ist, dass im Anschluss daran das als notwendig Erachtete auch dann tatsächlich umgesetzt wird. Das Interesse der AGLR an diesem von ihr initiierten Projekt liegt darin, den Beweis anzutreten, dass vorliegende Konzepte und Pläne nur dann erfolgreich realisiert werden können, wenn die Betroffenen, besser: Beteiligten dies selbst tun – und dieses werden sie nur dann tun, wenn sie davon überzeugt sind.

In den Rotwildgebieten „Hoher Vogelsberg“ und „Gieseler Forst“ arbeiten wir seit Jahren am Projekt „Aufhebung der definierten Aussengrenzen der Rotwildgebiete“.

 

 

Nordrhein-Westfalen

Im Rotwildgebiet „Dämmerwald/Herrlichkeit Lembeck“ entwickelte sich aus einem Kontakt eine langfristige Zusammenarbeit, in deren Zentrum zwei Projekte stehen:

Zum einen die enge Kooperation zu einem länderübergreifenden Biotopverbund mit den angrenzenden niederländischen Rotwild-Kollegen im Raum Arnheim; zum anderen die konkrete mittelfristige Hinarbeitung zu einer Grünbrücke an der BAB 31 bei Schermbeck.

 

Rheinland-Pfalz 

Im Rotwildgebiet „Pfälzer Wald“ begleiten wir die örtliche RWG in der Möglichkeit, ein regionales Lebensraum-Konzept in Eigenregie zu erstellen; besonders interessant ist dabei der räumlich-fachliche Zusammenhang mit der Population in den Nord-Vogesen.

 

Neben der Teilnahme an Symposien, Tagungen und Workshops zur eigentlichen Rotwild-Thematik nimmt seit Beginn an die Initiierung und Beteiligung an Grünbrücken-Projekten in den Bundesländern eine wichtige Rolle in der Arbeit der AGLR ein:

Zwischenzeitlich engagiert sich die AGLR in 20 sehr konkreten Grünbrücken-Projekten mit Rotwild-Relevanz – diese werden fortgesetzt – im Zusammenhang mit dem „Konjunkturprogramm II“ konnten mehrere dieser Projekte beschleunigt und in eine Entscheidungsreife gerückt werden.

Diese Projekte befinden sich in unterschiedlichen Planungs- und Realisierungs-Stadien – einige werden seit mehr als zehn Jahren verfolgt und erfordern bis zur Realisierung einen „langen Atem“.

 

Fortbildungs-Tagung und Jahres-Treffen 2008 in Wolfsburg-Unkeroda

In 2008 führten wir erstmals unsere 9. bundesweite Fortbildung mit dem ersten Jahres-Treffen der Förderer in Thüringen durch, wobei nur FÖRDERER eingeladen wurden – hierüber wurde in der Fachpresse berichtet.

 

Arbeitsplan 2009

Neben der ständigen Arbeit mit Hegegemeinschaften, Anstalten und Behörden in den Bundesländern

soll vor allem das Netzwerk der Rotwild-Hegegemeinschaften und anderer mit Rotwild befassten

Gruppierungen, Institutionen, Verbänden und Personen erweitert und begonnene Projekte fortgeführt bzw. abgeschlossen werden.

 

Jugendarbeit

In der AGENDA ROTWILD (2003) wurde auch dieses „Arbeitsgebiet“ festgelegt; seither existieren Überlegungen, dieses zu aktivieren bzw. zunächst einmal einen Start zu vollziehen.

Zwei Mitglieder der „Lenkungsgruppe“ bereiten derzeit für den Herbst 2009 ein erstes Treffen mit

gezielt eingeladenen Jugendlichen vor.

 

Fortbildungs-Tagung und Jahres-Treffen 2009 in Wolfsburg-Unkeroda

Auch in 2009 wird wiederum eine Kombination der beiden Veranstaltungen über zwei Tage durchgeführt werden.

 

Sowohl alle Dokumentationen als auch Beiträge und Veröffentlichungen der AGLR können über die

Geschäftstelle des LJV Hessen, Bad Nauheim bezogen werden – Kontakt: rolfw.becker@ljv-hessen.de

bzw. Telefon 06032/936116.

 

 

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